Ereignis-Special: Die 68er-Bewegung

Demonstration vor dem Rathaus von Schöneberg. Polizisten versuchen einen Demonstranten zur Festnahme über eine Absperrung zu ziehen. Ein anderer Demonstrant versucht dies zuverhindern und hält ihn am Arm fest. M-GE-BER-061 Copyright Notice: Max Scheler/SZ Photo. Das Rathaus Schöneberg war Sitz des Berliner Abgeordnetenhauses und des Regierenden Bürgermeisters Heinrich Albertz. Der Empfang Schah Mohammad Reza Pahlavis und seiner Frau Farah Diba in Berlin ging mit Demonstrationen und gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten, Mitgliedern des iranischen Geheimdienstes und Polizisten einher. Während einer Demonstration am Abend des 2. Juni wurde der Student Benno Ohnesorg von dem Polizisten Karl-Heinz Kurras erschossen. Dieses Ereignis stellt einen Wendepunkt in der Entwicklung der deutschen Studentenbewegung dar. Am 26. September musste der Berliner Oberbürgermeister Heinrich Albertz, nach vorangegangener Untersuchung des Todes von Benno Ohnesorg und der Rolle der Berliner Polizei, zurücktreten.

© Max Scheler 

Vor 50 Jahren gingen Tausende Studenten auf die Straße und als “68er” in die Geschichte ein. Wir haben für Sie unsere Bilder zur Studenten- und Protestbewegung in Deutschland und auf der ganzen Welt aufgearbeitet.

In unserem Ereignis-Special zur 68er-Bewegung finden Sie thematische Bilddossiers zu folgenden Kapiteln:

Politik und Protest
U.a. Dossiers zu den Protesten gegen den Schah-Besuch und die Ermordung von Benno Ohnesorg am 2. Juni 1967 sowie zu den Studentenunruhen nach dem Attentat auf SDS-Wortführer Rudi Dutschke und zu Demonstrationen gegen die Notstandsgesetze und den Springer-Verlag.

Lebensgefühl und Lebensentwürfe
Dossiers und Bildstrecken zu Hippies und Happenings, zur Musik und Mode der Bewegung, u.a. mit Bildern aus der Kommune I um Rainer Langhans und Sex-Symbol Uschi Obermaier sowie mit Fotos von den Rolling Stones und von Jimi Hendrix bei ihren Konzerten in Deutschland.

Eine internationale Bewegung
Ein Blick auf die Proteste in anderen Länder – von Woodstock über den Pariser Mai 1968 zum Prager Frühling.

 

Ausstellungstipp: FORUM 042: Alessandra Schellnegger – Einblicke. Hinter den Mauern des BND in Pullach

   © Alessandra Schellnegger  

Ab 24. März präsentiert das Münchner Stadtmuseum im Rahmen der großen neuen Ausstellung No Secrets! Bilder der Überwachung in einer „Ausstellung in der Ausstellung“ die fotografischen Arbeiten von Alessandra Schellnegger vom Bundesnachrichtendienst in Pullach unter dem Titel FORUM 042: Alessandra Schellnegger – Einblicke. Hinter den Mauern des BND in Pullach.

Es war ein wahrer Glücksfall als Alessandra Schellnegger im Auftrag der Süddeutschen Zeitung nach langem Warten endlich Zugang zum Gelände des BND in Pullach im Isartal erhielt. Von dort aus wurde nämlich die Welt bespitzelt! Mit feinem Gespür dokumentiert die SZ-Fotografin vergangene deutsche Geschichte und damit vom Selbstverständnis eines Teils der Staatsmacht im 20. Jahrhundert.

FORUM 042: Alessandra Schellnegger – Einblicke. Hinter den Mauern des BND in Pullach

Vernissage am Donnerstag, den 23. März um 19Uhr

bis zum 16. Juli 2017 im

Münchner Stadtmuseum
St.-Jakobs-Platz 1
80331 München

Öffnungszeiten:
Di – So   10:00 – 18:00
Mo geschlossen

Weitere Informationen finden Sie unter www.muenchner-stadtmuseum.de

 

Ereignis-Special: 100 Jahre Weimarer Republik

Junge Arbeitslose beim Kartenspiel auf dem Andreasplatz in Berlin, 1932

Folgen der Weltwirtschaftskrise: Junge Arbeitslose beim Kartenspiel in Berlin, 1932 © Scherl  

Im Jahr 2018 steht der 100. Jahrestag des Beginns der kurzen aber bewegten Epoche der Weimarer Republik bevor. Schon jetzt haben wir für Sie unseren Bildbestand zu den Jahren zwischen dem Ende des Ersten Weltkriegs und der “Machtergreifung” der Nationalsozialisten in Deutschland aufgearbeitet.

Stöbern Sie in den Sonderseiten unseres großen Ereignis-Specials “100 Jahre Weimarer Republik”.

Hier finden Sie thematische Bilddossiers zu folgenden Kapiteln:

Revolutionswirren und Gründung der Weimarer Republik

Nachkriegszeit und Krise des Staats, 1919-1923

Rheinlandbesetzung und Ruhrkampf, 1919-1925

Die Goldenen Zwanziger Jahre und die Stabilisierung der Weimarer Republik

Weltwirtschaftskrise und Krise der Weimarer Republik

Parteien und Verbände

Wahlen zum Reichstag und zum Reichspräsidenten

Reichswehr

Noch mehr Bilder vom Leben in der Weimarer Republik erwarten Sie in den Fotoalben zu den 20er Jahren in unserer Fotocommunity Timeline Images. Dort finden Sie viele Fotos von SZ-Lesern und Zeitzeugen zum Alltag, zu Arbeit und Freizeit, zur Mode und zum Treiben in den Städten während der Weimarer Jahre.

Ausstellungstipp: Savoir-vivre. Fotografien von Catherina Hess

Savoir-vivre © Catherina Hess  

Seit 5. März präsentiert das Theaterforum Gauting die Ausstellung Savoir-vivre unserer Fotografin Catherina Hess im Kulturhaus Bosco in Gauting bei München.

In Savoir-vivre zeigt die langjährige Fotografin der Süddeutschen Zeitung ausdrucksstark inszenierte Schwarz-Weiß-Bilder, die im Sommer auf einer fotografischen “Tour de France” durch München entstanden sind. Hauptdarsteller dieser verträumten Suche nach der französischen Lebenskunst in der bayerischen Landeshauptstadt: ihr Sohn Leon.

Savoir-vivre. Fotografien von Catherina Hess

noch bis 8. April 2017 im

Theaterbüro im bosco
Oberer Kirchenweg 1
82131 Gauting

Öffnungszeiten:
Di, Do, Fr  9:00 – 12:00 + 15:00 – 18:00
Mi  9:00 – 12:00
Sa  10:00 – 12:00
sowie während der Abendveranstaltungen

Weitere Informationen finden Sie unter www.bosco-gauting.de.

Treffen Sie uns beim PICTAday in Hamburg

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Der PICTAday gastiert 2017 wieder an einem der schönsten Veranstaltungsorte Hamburgs. Auch wir sind beim Networking-Tag der Bildbranche natürlich wieder mit dabei!

Cinzia Giannì, Ingrid Kuffer und Sven Riepe sind für Sie vor Ort, um mit Ihnen über Zusammenarbeiten und Neuheiten bei SZ Photo, wie unsere neue Kollektion SZ Photo Creative oder unsere Ereignis-Specials zur Weimarer Republik und zur 68er-Bewegung, zu sprechen.             

Wann: 30. März 2017 | 10:00 – 18:00 Uhr
Wo: Panoramadeck im Emporio Tower, Dammtorwall 15, 20355 Hamburg

Für Ihr leibliches Wohl ist gesorgt, für Sie als Besucher ist der Eintritt selbstverständlich kostenlos. Sie müssen sich nur kurz als Besucher unter www.pictaday.org registrieren.

Vereinbaren Sie schon vorab einen Termin unter service@sz-photo.de oder 089/2183-302, oder kommen Sie spontan zu uns an Tisch Nr. 34.

Wir freuen uns auf Sie!

SZ Photo Ikonen: Verweigerung des Hitlergrußes, 1936

Im neuen Teil unserer Serie “SZ Photo Ikonen” stellen wir eines unserer berühmtesten Exklusivbilder und seine vieldiskutierten Hintergründe vor.

SZ-Photo-web-00022112Verweigerung des Hitlergrußes, 1936 © Scherl  

1936 – Nur einer ließ den Arm unten. Ein genauer Blick auf das Bild zeigt: Während eine überwältigende Mehrheit von Angestellten der Werft Blohm+Voss in Hamburg bei einem Besuch Adolf Hitlers 1936 die Arme zum “Deutschen Gruß” hebt, verschränkt ein einzelner Arbeiter seine Arme. Seine trotzig wirkende Geste gilt als eine Art des Widerstands. Als Name des Arbeiters wird August Landmesser vermutet, es könnte sich aber auch um Gustav Wegert handeln. Haben Sie ihn schon entdeckt?

Beim Stapellauf des Marineschulschiffes Horst Wessel am 13. Juni 1936 hoben zum Höhepunkt der Großveranstaltung, als das Schiff zu Wasser gelassen und die Nationalhymne gespielt wurde, alle den rechten Arm zum “Hitlergruß” – nur einer eben nicht. Wer dieser Mann ist, lässt sich nicht eindeutig feststellen. Die Hamburgerin Irene Eckler meinte ihren Vater August Landmesser zu erkennen, der seine jüdische Verlobte Irma Eckler wegen der Nürnberger Rassengesetze von 1935 nicht heiraten durfte. Die Töchter Ingrid und Irene kamen außerehelich zur Welt. August Landmesser wurde 1938 denunziert, wegen “Rassenschande” zu zwei Jahren Zuchthaus verurteilt und dann als Soldat an die Front geschickt, wo er seit 1944 als verschollen galt. Irma Eckler wurde 1938 ins Frauen-Konzentrationslager Ravensbrück gebracht und 1942 ermordet. Aber auch Wolfgang Wegert, ebenfalls aus Hamburg, glaubt in dem Mann mit den verschränkten Armen seinen Vater Gustav Wegert identifizieren zu können, der nachweislich als Schlosser bei Blohm+Voss gearbeitet hatte und als gläubiger Christ aus religiöser Überzeugung “Du sollst Gott mehr gehorchen, als den Menschen” den “Hitlergruß” verweigerte. Die Historikerin Dr. Simone Erpel gelangt in ihrem Essay “Zivilcourage – Schlüsselbild einer unvollendeten Volksgemeinschaft”, erschienen in Gerhard Pauls Das Jahrhundert der Bilder 1900 bis 1949, zu dem Fazit: “Zeitgenössische fotografische Porträtaufnahmen von Wegert und Landmesser belegen in beiden Fällen eine große Ähnlichkeit mit dem abgebildeten Werftarbeiter. Gegenwärtig muss offen bleiben, wer der Mann auf dem Foto war.”

Unabhängig davon ist die starke Aussagekraft des Bildes eines Pressefotografen namens Müller ungebrochen. Das Foto ist ein fast einmaliges Zeitdokument. Es kann als das Schlüsselbild für Zivilcourage und Widerstand gelten. Ebenso zeigt es die die hohe Bereitschaft mitzumachen, als Mitläufer den Arm zum “Hitlergruß” zu heben, wenn es verlangt war, und zum anderen die durchaus vorhandenen Möglichkeiten, sich dem Druck zur Gleichförmigkeit zu entziehen. Selbst bei den vielen erhobenen Armen lassen die individuellen Haltungen und einzelnen Gesichtausdrücke auf ganz unterschiedliche Grade der Zustimmung schließen.

SZ-Photo-detail-00022112Detail: Verweigerung des Hitlergrußes, 1936 © Scherl 

Diese Geschichte steckt hinter dem Pressefoto des sich verweigernden Arbeiters. Vermutlich gelangte das Pressebild im Konvolut des Scherl-Archivs in den Bestand von Süddeutsche Zeitung Photo.

Was denken Sie? Um wen handelt es sich auf dem Bild?
Machen Sie sich doch einfach selbst ein Bild von Gustav Wegert und August Landmesser

Weitere Bilddossiers zu unserem Themenschwerpunkt Nationalsozialismus finden Sie in unserem Kalender.

Blutiger Boden. Die Tatorte des NSU – Ausstellung von Regina Schmeken in Dresden

Blutiger Boden Schmeken09.09.2000, Nürnberg, Liegnitzer Straße © Regina Schmeken

Seit 4. November 2016 präsentiert das Militärhistorische Museum der Bundeswehr in Dresden die Sonderausstellung “Blutiger Boden. Die Tatorte des NSU. Fotografien 2013 – 2016” unserer Fotografin Regina Schmeken im keilförmigen Erweiterungsbau von Daniel Libeskind.

“An Schmekens Aufnahmen wirkt gerade das Unauffällige, Banale und Gewöhnliche unheimlich. Gespenstisch wirkt eine Normalität, aus der jede Spur von Common Sense verschwunden ist.” Hans Magnus Enzensberger

Regina Schmekens Fotografien der NSU-Tatorte wirken auf den Betrachter wie ein böses Erwachen. Die Tatorte erscheinen in ihren Bildern einerseits verstörend alltäglich, andererseits aber auch wie aus der Zeit gefallen. Es zeigt sich deutlich durch die Gewalttaten ist das räumliche und zeitliche Kontinuum dieser deutschen “Un-Orte” zerbrochen. Hierbei schaute die Fotografin ganz genau hin und rang den Orten ihre eigene Ästhetik ab. Denn die Ambivalenz zwischen dem Wissen um die Verbrechen und dem Fehlen erkennbarer Spuren auf den Tatortfotografien erzeugt die Spannung, welche beim Betrachter den Wunsch nach Sichtbarkeit und Bewusstsein weckt.

Blutiger Boden. Die Tatorte des NSU. Fotografien 2013-2016 von Regina Schmeken

Ort: Militärhistorischen Museum der Bundeswehr, Olbrichtplatz 2, 01099 Dresden
Öffnungszeiten: Vom 4. November 2016 bis 7. Mai 2017: täglich 10-18 Uhr, montags 10-21 Uhr, mittwochs geschlossen (Tel: 0351 823-2803 oder E-Mail: mhmeingang@bundeswehr.org)

Eintritt: 5€ / 3€                                     Weitere Informationen finden Sie unter www.mhmbw.de

Katalog zur Ausstellung, Hatje Cantz Verlag: Regina Schmeken: Blutiger Boden. Die Tatorte des NSU, Hrsg. Militärhistorisches Museum der Bundeswehr, Dresden; Texte von Hans Magnus Enzensberger, Barbara John, Gorch Pieken, Katja Protte, Annette Ramelsberger, Feridun Zaimoglu. Hatje Cantz Verlag, Berlin 2016, ca. 35 Euro, ISBN 978-3-7757-4158-3

Zum gesamten Portfolio von Regina Schmeken auf Süddeutsche Zeitung Photo.

Haben Sie Interesse an einem Nachdruck von Regina Schmeken, kontaktieren Sie uns unter:

Süddeutsche Zeitung Photo
Telefon: +49 89 2183 – 302
E-Mail: service@sz-photo.de

Das Beste aus 60 Jahren SZ Photo: Die Lieblingsbilder der Mitarbeiter

Bei der täglichen Arbeit mit 1,2 Millionen Bildern in unserer Datenbank und vielen Tausend noch nicht digitalisierten Archivbildern, die sich im Lauf der vergangenen 60 Jahre angesammelt haben, begegnet man immer wieder Motiven, die sich besonders im Kopf einprägen.

Das sind nicht immer die Bilder, die sich gut verkaufen oder Arbeiten, die einem namhaften Fotografen zu verdanken sind. Viel eher sind es Bilddetails, geschichtliche Besonderheiten oder ganz persönliche Assoziationen, aufgrund derer uns diese Bilder besonders gefallen.

Zu unserem Jubliäum haben die Mitarbeiter von Süddeutsche Zeitung Photo ihre Lieblingsbilder aus dem Agenturbestand ausgewählt. All unsere Lieblingsbilder finden Sie gesammelt in unserer Datenbank.

Hier ein Vorgeschmack mit einigen unserer absoluten Favoriten und persönlichen Worten der Mitarbeiter – eine zumindest thematisch bunte Auswahl:

Augusto Jose Ramon Pinochet Ugarte

© José Giribás

Mich faszinieren Bilder, die mehr als nur das bloße Abgebildete erzählen. Das können klassische Reportagen wie das glückliche Mädchen im Flüchtlingsheim sein (ID 00086329), die Aufnahme von Olaf Schülke, auf der nur eine Person ganz anders ist und eben nicht hinschaut (ID 01029793), oder das Foto eines absurd wirkenden Bauwerks aus Baku (ID 00840650) – von dem, nur nebenbei bemerkt, ein Abzug bei mir daheim an der Wand hängt. Das Bild von Helmut Schmidt soll hier stellvertretend für die ausdrucksstarken Portraits von Regina Schmeken stehen, wobei mich diese Aufnahme ganz besonders beeindruckt (ID 00159621).
Mein absolutes Lieblingsbild aber wurde von José Giribás aufgenommen. Pinochet wird durch das Taschentuch von seinem “Thron” geholt und wirkt fast lächerlich. Giribás karikiert und kommentiert mit seiner Fotografie die Geschichte Chiles. Der schnäuzende Diktator, ein mutiges Portrait, das einen Platz an einer Wand verdient hat (ID 00828419).

 

Offizieller Abschied von den alliierten Truppen in Berlin, 1994

© Regina Schmeken

Schwarz-Weiß Fotos sind mein Ding! Auf Color Fotos tritt die Farbe oft zu sehr in den Vordergrund. Ein SW-Bild muss hingegen schon richtig gut sein, damit es etwas aussagt – und wirkt nicht nur durch die Farben. So sehe ich das auf jeden Fall…
Deswegen mussten drei meiner Lieblingsbilder von Regina Schmeken dabei sein. Die Bahngleise: wenig zu sehen und trotzdem kann man viele Gedanken zu dem Bild haben, wo führt der/mein Weg hin? Wie geht es nach der Kurve weiter? Ein Lichteffekt der sich weiterbewegt oder genau dort stehen bleibt (ID 00587549)?
Ebenfalls nicht weglassen konnte ich das berühmte Major/Kohl-Foto. Andere Fotografen waren unzufrieden mit der Standposition. Frau Schmeken hat hingegen die
Besonderheit der Situation erkannt: Major und Kohl verschmelzen zu einer Person (ID 00341664).
Farbe kann ich ganz gut “ertragen”, wenn es Farben in der Natur sind: Eisberge, Wolken, natürliches Grün… insofern haben es dann doch noch Farbfotos in meine Auswahl geschafft (ID 00029864, ID 00813626). Jimmy Hendrix ist dabei, weil er der Lieblingsmusiker meines Lieblingsmusikers ist 00248697). Und die Skulptur aus dem Vigelandspark nur wegen meiner Norwegen Leidenschaft (ID 00113057).

 

Maurer vor dem Atomforschungsreaktor Garching© Kurt Schraudenbach

Am spannensten finde ich, dass man mit unseren Bildern nicht nur an andere Orte, sondern auch in andere Zeiten reisen kann. Sie zeigen nicht nur, wie Personen und Städte aussahen, sondern auch welche Details, welche Szenen und Augenblicke für die Fotografen von Bedeutung waren.
Futuristisch wölbt sich, in der Aufnahme von Kurt Schraudenbach aus den 50er Jahren, das Garchinger Atomei in den Himmel und scheint den Weg der Zukunft zu zeigen (ID 00662722). Im Vordergrund ein Maurer, der eine Backsteinmauer mit den Händen anfertigt, die in einem starken Kontrast zu dem silbrigglänzenden Bau des Forschungsreaktors steht.
60 Jahre später streckt eine Windkraftanlage bei Florian Peljak Ihre Rotorblätter in den Himmel (ID 00936619).

 

Po mit Boule-Kugeln.

© Gerd Pfeiffer

Privat mag ich Farbfotografie viel lieber und bin jetzt selbst über meine rein schwarzweiße Bildauswahl überrascht. Fotos müssen etwas bei mir auslösen, mich berühren und das tun diese auf die unterschiedlichste Art und Weise (ID 00074938, ID 00369153, ID 00829266, ID 00831028, ID 00881169).

 

Vergnügungspark auf Coney Island© Kurt Schraudenbach

Gleich zwei Fotos von Coney Island sind in meiner Auswahl – reiner Zufall. Gefallen mir diese beiden Bilder schon so lange, dass mir dies gar nicht bewusst war bislang (ID 00037855, ID 00385574).

 

Bademode, 1929

© Scherl

Mein absoluter Favourite ist dieses Bild von Maria Paudler am Strand. Warum? Das Bild zeigt eine Mischung aus Gelassenheit, purer Entspannung und Spaß am Leben!

 

Adolf Hitler mit Christian Weber, 1935© Scherl

Diese Aufnahme ist mein absoluter Favorit, denn es ist ein Bild, das ohne Posieren gemacht wurde und Hitler in einem Moment der Erschöpfung (vermutlich nach seiner Rede im Bürgerbräukeller) zeigt, die ihn wohl immer recht mitgenommen haben. Ausnahmeweise also kein Propagandabild, sondern eine Paparazzi-Aufnahme.

 

Deutsche Soldaten fahren mit der Eisenbahn an die Front, 1914

© Scherl

Soldaten die fröhlich in den Ersten Weltkrieg ziehen: Ein berührendes Foto, in dem die Tragödie des Ersten Weltkriegs so deutlich wird. Wird der Soldat, der mit Kreide an den Waggon bemalt, wieder zurückkommen? Werden die Eltern ihren Sohn noch einmal wiedersehen? Vermutlich nicht.

 

Bademode 1950er Jahre© Fotoarchiv Otfried Schmidt

Meine Lieblingsbilder gefallen mir, weil Sie mich “berühren”. Ich habe mich einfach an meinen Beginn beim SV-Bilderdienst erinnert und wie es dazu kam. Als damaliger freier Bildredakteur, hatte es sich etabliert, dass man beim SV-Bilderdienst historische Bilder recherchierte. Daher ist mein Schwerpunkt auch bei den historischen Bildern und unseren “Oldtimern” unter den Reportagefotografen wie Hannes Betzler (ID 00095712), Otfried Schmidt (ID 00833052, ID 02385860), Kurt Schraudenbach (ID 00107705). Außerdem gefallen mir die Fotos von Regina Schmeken gefallen mir die DDR-Mauerfall-Fotos sehr gut (ID 00269483). Meine Auswahl ist nun komplett S/W-lastig, aber das ist bei mir einfach so rausgekommen…

 

Pro-Vietcong Demonstration im Fußballstadion, 1967

© ap/dpa/picture alliance

Diese Aufnahme von 1967 ist mein Favorit. Die Bildqualität ist zwar nicht die Allerbeste, aber der Kontrast zu den heutigen Fußballfans doch überaus bemerkenswert.

 

Woman in front of red wall

© Olaf Schülke

Vorsicht: Farbschock! Vielleicht unser Bild mit den sattesten Farben und gerade deshalb auch mein Lieblingsfoto. Das Arrangement an Details – Flaggen, Wäscheleine, Fenstergitter, Graffiti – ist beeindruckend stimmig. Und die Frau im Vordergrund: Ihre Mimik und Gestik strahlen absolute Zufriedenheit und Ruhe aus – dabei hat Olaf Schülke diese Straßenszene im chaotischen Kalkutta eingefangen.

 

In unserer Datenbank finden Sie alle 75 Lieblingsbilder unserer Mitarbeiter.

60 Jahre Süddeutsche Zeitung Photo

Die Anfänge und Meilensteine der Bildagentur der Süddeutschen Zeitung seit 1956

Anfangszeiten SZ Photo

© Dagmar Wiede, Rudolf Betz

Schon seit ihrem ersten Erscheinungstag am 6. Oktober 1945 archivierte die Süddeutsche Zeitung alle abgedruckten Fotos. Die Infrastruktur dafür stammte noch vom Vorgängerverlag Knorr & Hirth, ebenso wie der Grundstock an Bildern: Einige Tausend Fotos, die den Bombenhagel über München im Jahr 1944 überstanden hatten. “Schmeißen Sie das ganze Zeug in den Mülleimer”, hatte ein US-Offizier noch 1945 beim Anblick der doch sehr von nationalsozialistischer Symbolik und Propaganda geprägten Bilder befohlen. Ernest Langendorf, der umsichtige Presseoffizier der amerikanischen Besatzungsmacht, der auch der SZ die Lizenz Nr. 1 erteilt hatte, verhinderte einst die Vernichtung dieses “Zeugs” – ein Glücksfall.

So kurz nach dem Krieg lief jedoch vieles noch provisorisch in den Archivräumen in der Sendlinger Straße. Im Jahr 1954 wurde Ulrich Frodien damit beauftragt ein professionelles Pressebildarchiv für die SZ und die Münchner Illustrierte aufzubauen. Wieder war das Glück mit von der Partie, als Frodien per Handschlag und “für ein Butterbrot” einen Teil des renommierten Bildarchivs des Berliner Scherl-Verlags für den Süddeutschen Verlag erwarb. Hunderttausende Pressefotos aus den Jahren zwischen 1860 und 1945 wurden in 650 Kisten in einem alliierten Transportflugzeug aus Berlin in die Bundesrepublik nach Hannover geflogen und von dort im Zug nach München verfrachtet. Frodien hatte dem Verlag mit einem Schlag einen großen Bestand aus dem weltweit bedeutendsten Pressebildarchiv ins Haus geholt – und jede Menge Arbeit. Die Erschließung des unerschöpflichen Scherl-Bestands ist bis heute nicht abgeschlossen.

Weil Bargeld im Verlag damals notorisch knapp war und für weitere Neuerwerbungen dringend welches benötigt wurde, entdeckte man bald die Weitervermarktung des Archivmaterials an andere Verlage als Einnahmequelle. Anfang Oktober 1956 wurde so der SV-Bilderdienst aus der Taufe gehoben.

Früher SZ Photo

© Rudolf Herkner, Fritz Neuwirth

Zum Agenturbestand kamen im Lauf der Jahre die Arbeiten der Fotografen der Süddeutschen Zeitung und Münchner Illustrierten, Fotos von freien Bildjournalisten sowie Bestände von nationalen und internationalen Partneragenturen wie Rue des Archives, Science & Society Picture Library, Forum und Imagno hinzu. Exklusiv vermarktet die Agentur die Arbeiten der Künstlerin Regina Schmeken, die im Herbst 1986 auf Initiative der Chefredaktion als Fotografin zur SZ kam.

Der Bilderdienst wurde 1998 Teil der neugegründeten Dokumentations- und InformationsZentrum München GmbH, einer Archivkooperation der Süddeutschen Zeitung und des Bayerischen Rundfunks. In diesen Jahren hielt auch das digitale Zeitalter endgültig Einzug und veränderte die Arbeitsweise des Bildarchivs und Bilderdiensts – bis dahin ein analoger Ausleihdienst – grundlegend. Es wurden Scanner angeschafft und die erste interne Datenbank aufgebaut. 2004 wurde diese auch nach außen geöffnet.

Da der SV-Bilderdienst international ohnehin mit der Süddeutschen Zeitung gleichgesetzt wurde und das DIZ auch verstärkt als Contentvermarkter der SZ auftrat, nahm man die Zeitung 2008 in den neuen Agenturnamen mit auf: Süddeutsche Zeitung Photo, die Bildagentur der Süddeutschen Zeitung.

Neben dem klassischen Agenturgeschäft hat Süddeutsche Zeitung Photo bereits mehrere eigene Fotoausstellungen zu verschiedenen Themen konzipiert und durchgeführt. Mit der historischen Fotocommunity Timeline Images wurde im Jahr 2009 außerdem ein Marktplatz für historische Fotografien geschaffen, der private Anbieter und Käufer historischer Fotos zusammenbringt, um außergewöhnliche Motive aus Fotosammlungen oder kleinen Fotoarchiven zu finden und zu veröffentlichen.

Gegenwart SZ Photo

© Martin Hangen, Natalie Neomi Isser

Als Agentur für Pressefotografie und Bildreportagen bietet Süddeutsche Zeitung Photo in seiner Datenbank unter www.sz-photo.de heute über 1,2 Millionen Bilder zur Lizenzierung für redaktionelle Verwendungen an. SZ Photo wird zudem von renommierten Bildagenturen, wie laif, picture alliance oder ullstein bild sowie Alamy und Bridgeman, im In- und Ausland vertreten. Zeitgeschichte, Persönlichkeiten und ein Blick auf München von einst bis heute bilden die inhaltlichen Schwerpunkte des Portfolios. Besonders geschätzt wird in Bildredaktionen und Institutionen die Kompetenz der Bildagentur bei der Aufarbeitung und Recherche historischer Bildthemen.

Seit nunmehr sechs Jahrzehnten steht Süddeutsche Zeitung Photo für hervorragende Fotografie.

SZ Photo Ikonen: Die Demütigung des jüdischen Anwalts Siegel, 1933

Unter den Bildern, die Süddeutsche Zeitung Photo seit nun 60 Jahren vertreibt, finden sich einige weltberühmte Fotos. In unserem Blog präsentieren wir für Sie unsere großen Bildikonen und ihre Hintergründe.

Der jüdische Anwalt Michael Siegel wird durch München geführt

 Der jüdische Anwalt Siegel wird von SA und SS am 10. März 1933 durch die Prielmayerstraße in der Nähe des Münchner Hauptbahnhofs getrieben © Heinrich Sanden/Scherl

Das Bild des jüdischen Anwalts Dr. Michael Siegel, der am 10. März 1933 von der SS und SA durch die Münchner Innenstadt getrieben und öffentlich gedemütigt wurde, ist weltberühmt. Unzählige Male wurde es in Schullehrbüchern und Ausstellungen abgebildet. Das Foto gilt weltweit als Dokument und Symbol für den Terror und die Willkür des Nazi-Regimes.

Siegel wollte sich an besagtem Tag im Auftrag eines Mandanten im Polizeipräsidium gegen Übergriffe der SA beschweren. Dort wurde der Anwalt von der SA-Schergen in einem Kellerraum brutal zusammengeschlagen. Ihm wurden Zähne ausgetreten, sein Trommelfell platzte. Anschließend jagten die Peiniger Siegel mit zerschnittener Hose, barfuß und blutend mit einem Schild um den Hals von der Ettstraße über den Stachus in die Prielmayerstraße am Münchner Hauptbahnhof. ‘Ich werde mich nie mehr bei der Polizei beschweren’, so ist es heute auf dem Schild zu lesen.

Der damals arbeitslose Pressefotograf Heinrich Sanden gilt als Urheber dieses und eines weiteren, am Stachus entstandenen Fotos des Schandspiels. Während die Münchner Zeitungen 1933 noch keine Veröffentlichung von Sandens “heißer Ware” wagten, kam es im Ausland zu einigen Abdrucken der Aufnahme, jedoch kursierten verschiedene Versionen. Sie alle unterschieden sich im Wortlaut der Schrift auf dem Schild. Auf den unbehandelten Originalabzügen war diese kaum leserlich und wurde in den Redaktionen abweichend nachbearbeitet. Weil die Schrift auf dem Schild offensichtlich nachretuschiert worden war, gab es in der Vergangenheit Zweifel an der Echtheit des Fotos. Die Geschichte vom Weg des Fotos in das Bildarchiv der SZ konnte hier etwas Aufklärung verschaffen.

Rechtsanwalt Michael Siegel in München, 1933

 Das zweite – ebenfalls retuschierte – Bild der Spießrutenhetze entstand am Stachus © Heinrich Sanden/Scherl

Zwar sahen auch die Münchner Neuesten Nachrichten 1933 vom Abdruck des Bildes ab, im Bildarchiv des Verlagshauses  Knorr & Hirth wurde der Abzug jedoch aufbewahrt – und blieb dort, bis das Archiv nach dem Krieg von der SZ übernommen wurde. Ulrich Frodien, der ab 1954 das Bildarchiv der SZ und ab 1956 den SV-Bilderdienst leitete, sagte aus, er habe nach der Wiederentdeckung des wertvollen Fotos lediglich die Anweisung an die Reproduktionsabteilung gegeben, die unleserlichen Buchstaben auf dem Foto nachzuzeichnen. Der Originaltext sei aber eindeutig entziffert worden: ‘Ich werde mich nie mehr bei der Polizei beschweren’. Auch in den Scherl-Bildern, die das SZ-Bildarchiv Mitte der 50er Jahre erwarb, ist ein Abzug der Sanden-Aufnahme dabei – mit gleichlautendem, retuschiertem Text in etwas anderer Schrift. Dass Scherl und SZ unabhängig voneinander die gleichen Worte nachretuschiert haben, ist ein starkes Indiz für die Authentizität des Textes. Es sind diese vom SV-Bilderdienst ab 1956 verbreiteten Versionen des Bildes, die nun auch in Deutschland vielfach abgedruckt und weltberühmt wurden.

Für Siegel und seine Familie war der 10. März 1933 der Anfang vom Ende ihres Lebens in Deutschland. 1940 emigrierte Siegel mit seiner Frau über Sibirien und China nach Peru. In Lima arbeitete er als Farmer und Rabbiner der jüdischen Emigrantengemeinde und wurde 1946 Vertrauensanwalt der Bundesrepublik in Lima. 1945 wäre er gerne nach München zurückgekehrt, wo ihm eine Richterstelle angeboten wurde, verzichtete aber auf Wunsch seiner Frau darauf. Dr. Michael Siegel starb 1979 hochbetagt in der peruanischen Hauptstadt.

Das Bild des Anwalts Siegel aber lebt weiter. Es hängt in Erinnerungsstätten wie Yad Vashem oder im NS-Dokumentationszentrum in München. Die Ikone ist und bleibt ein wichtiges Mahnmal gegen den NS-Terror und Teil des kollektiven kulturellen Gedächtnisses.

Zu den Bildern vom 10. März 1933 in der Datenbank

Als weitere Bilder in unserer kleinen Serie “SZ Photo Ikonen” präsentieren wir u.a. die Verweigerung des Hitlergrußes (ID ) und das K1-Foto von Thomas Hesterberg (ID ) .