Blutiger Boden. Die Tatorte des NSU – Ausstellung von Regina Schmeken in München

München, 22.03.2013, am Tatort des NSU-Trios, hier wurde Habil Kılıç, Inhaber eines Obst- und Gemüsehandels, 38 Jahre alt, am 29. August 2001 in München-Ramersdorf in seinem Geschäft erschossen; Foto: Regina Schmeken

München, 22. März 2013, am Tatort des NSU-Trios. Hier wurde Habil Kılıç, Inhaber eines 
Obst- und Gemüsehandels, 38 Jahre, am 29. August 2001 in München-Ramersdorf 
in seinem Geschäft erschossen
© Regina Schmeken 

 
Zwischen 2013 und 2016 besuchte unsere Fotografin Regina Schmeken mehrmals die zwölf Tatorte der rechtsradikalen Terrororganisation NSU. Entstanden ist eine Bildserie, in der es um das Gedenken an die Ermordeten und um die verstörende Normalität dieser Schauplätze von Hass und Gewalt geht. Der Zyklus großformatiger Schwarzweiß-Fotografien wirkt eindrücklich und reflektiert die Geschehnisse gleichsam mit bildnerischen Mitteln.

“Das Beklemmendste an diesen Fotografien ist, dass auf ihnen weder die Mörder, noch die Mordopfer zu sehen sind. An Schmekens Aufnahmen wirkt gerade das Unauffällige, Banale und Gewöhnliche unheimlich.” – Hans Magnus Enzensberger

Nach Dresden und Berlin ist Regina Schmekens Ausstellung Blutiger Boden. Die Tatorte des NSU nun, nur wenige Tage nach der Urteilsverkündung im NSU-Prozess, auch in München zu sehen:

Blutiger Boden. Die Tatorte des NSU
Ausstellung von Regina Schmeken

Ort: Rathausgalerie Kunsthalle | Marienplatz 8, 80331 München
Dauer: 17. Juli bis 14. Oktober 2018
Öffnungszeiten: Di – So | 11-19 Uhr

Zur Ausstellungseröffnung am 16. Juli 2018 | 19 Uhr sprechen:

Josef Schmid, Bürgermeister der Landeshauptstadt München
Dr. Hans-Georg Küppers, Kulturreferent
Johannes Muggenthaler, Kulturreferat
Feridun Zaimoglu, Schriftsteller

Gespräch mit der Künstlerin: Sonntag, 9. September 2018 | ab 11.30 uhr

Podiumsgespräch: Freitag, 5. Oktober 2018 | 19 Uhr

Katalog zur Ausstellung im Hatje Cantz Verlag:
Regina Schmeken: Blutiger Boden. Die Tatorte des NSU
Hrsg. Militärhistorisches Museum der Bundeswehr, Dresden; Texte von Hans Magnus Enzensberger, Barbara John, Gorch Pieken, Katja Protte, Annette Ramelsberger, Feridun Zaimoglu. Hatje Cantz Verlag, Berlin 2016, 35 Euro, ISBN 978-3-7757-4158-3

Zum gesamten Portfolio von Regina Schmeken auf Süddeutsche Zeitung Photo.

Wenn Sie Interesse am Nachdruck eines Fotos von Regina Schmeken haben, kontaktieren Sie uns unter:

Süddeutsche Zeitung Photo
Telefon: +49 89 2183 – 302
E-Mail: service@sz-photo.de

SZ Photo Vintage: Illustrative Schwarzweiß-Highlights in einer Kollektion!

Biker im 'Ace Cafe' an der North Circular Road in London. Urhebervermerk: Max Scheler/SZ Photo.  Illustrieren Sie die Coolness der 60er mit diesen Bikern von SZ Photo Vintage © Max Scheler  

Wir haben die schönsten illustrativen Schwarzweiß-Motive aus dem großen historischen Bildarchiv von Süddeutsche Zeitung Photo für Sie ausgewählt und in unserer neuen Kollektion SZ Photo Vintage zusammengefasst.

Ob Mode und Sport in den 20er Jahren oder Alltag und Freizeit in den 50er Jahren – mit unseren ausgewählten Vintage-Motiven wird der Zeitgeist vergangener Tage wieder lebendig.

Verleihen Sie Ihren kreativen Projekten in Werbung und Corporate Publishing, Ihren Wandpostern für die Raumgestaltung oder Ihren Postkarten eine nostalgische Note.

Einen ersten Eindruck von SZ Photo Vintage bekommen Sie hier:

Familienausfusflug ins Grüne auf dem Motorrad mit Beiwagen der Marke Steils.  Familienausflug auf dem Motorrad mit Beiwagen, 1951 © Alfred Strobel  

Kinder 1934 bis 1945  Geburtstagsgratulanten beim Hoferben, 1940 © Scherl  

Menschen mit Schlitten auf dem zugefrorenen Königssee.  Winteridylle: Zugefrorener Königssee, 1939 © Scherl  

Aktivitäten des Deutsch-Amerikanischen Freundschaftsbundes: Gemeinsamer Bowlingabend von Münchenern und US-Soldaten.  Gemeinsamer Bowlingabend von Münchnern und amerikanischen GIs, 1951 © Heinz Hering  

Der deutsche Matrose Gerhard Börger verabschiedet sich von seiner amerikanischen Freundin Martha Webb in Norfolk, Virginia. Die Matrosen der deutschen Marine waren zur Ausbildung in den USA. Urhebervermerk: Max Scheler/SZ Photo.  Matrosen der Bundeswehr beim Abschied, 1958 © Max Scheler  

Lette-Verein 1941  Vier Frauen beim Kochunterricht im Lette-Verein, 1941 © Scherl  

Junger Rennfahrer kneift die Augen beim Start des Augsburger Seifenkisten-Rennens am Rosenaustadion am 7. Juli 1957 zusammen. Seit dem Jahr 1948 engagierte sich die Adam Opel AG in Rüsselsheim als Sponsor für den Sport und verbreitete das amerikanische Soap-Box-Derby in Deutschland als 'Seifenkisten-Rennen für Deutschland'. Junge amerikanische Soldaten der Jugendorganisation der US-Militärverwaltung in Deutschland German Youth Activities (GYA) unterstützten die deutschen Kinder beim Erlernen des nötigen Know-hows.  Augen zu und durch – Start beim Seifenkistenrennen in Augsburg, 1957 © Gert Mähler  

Die Besucher einer Wohltätigkeitsveranstaltung mit Herbert von Karajahn werden von den Protesten in den Straßen der Innenstadt unterrichtet. Copyright Notice: Max Scheler/SZ Photo.  Wohltätigkeitsveranstaltung in Frankfurt, 1969 © Max Scheler  

Hauptbahnhof Frankfurt  Abschiedsszene am Frankfurter Hauptbahnhof, 60er Jahre © Dietmar Gottschall  

Ans Licht geholt: Hans Kaulertz – Zeitgenosse der “samtenen Revolutionäre” und Leibfotograf Bohumil Hrabals

Porträt zweier junger Polizisten auf einer Demonstration im Verlauf der "Samtenen Revolution" auf dem Wenzelsplatz in Prag.Zwei betrunkene Polizisten während der “samtenen Revolution” in Prag, 1989 © Hans Kaulertz  

Neu und exklusiv bei SZ Photo: Unveröffentlichte Bilder eines bis heute völlig unbekannten Fotografen herausragender Persönlichkeiten und Ereignisse der tschechischen Zeit- und Literaturgeschichte.

Als 1989 das kommunistische Regime in der von Václav Havel und Alexander Dubček angeführten “samtenen Revolution” zusammenbrach, war ein Mann mit seiner Kamera mittendrin: Hans Kaulertz.

Als Lebensgefährte der renommierten Literaturübersetzerin Susanna Roth pflegte Hans Kaulertz enge Kontakte zu den einflussreichsten aller tschechischen Autoren, Bohumil Hrabal und Milan Kundera, deren Werke Susanna Roth so virtuos ins Deutsche überführte, aber auch zu anderen bedeutenden osteuropäischen Schriftstellern wie Péter Esterházy oder Literaturnobelpreisträger Joseph Brodsky.

Trotz Kamera genoss der Autodidakt Kaulertz stets das vollste Vertrauen seiner berühmten Zeitgenossen. So konnte er sie aus einzigartiger Nähe portraitieren – oft in ganz privaten Situationen, auf gemeinsamen Reisen oder auch bei streng geheimen Treffen regimekritischer politisch-intellektueller Zirkel, von denen die Revolution 1989 maßgeblich getragen wurde.

Auf den Bildern solcher Veranstaltungen, z.B. der Helsinki Federation oder des Institut für die Wissenschaft vom Menschen (IWM), tauchen auch so illustre Persönlichkeiten wie Financier und Philanthrop George Soros, Diplomat und Verleger Lord George Weidenfeld oder Fürst Karel Schwarzenberg, späterer Außenminister unter Vaclav Havel und Förderer der tschechischen Literatur, auf.

Porträt einer Demonstrantin auf einem Protestmarsch gegen das kommunistische Regime in Tschechien.Samtene Revolution in Prag, November 1989 © Hans Kaulertz  

Aktivisten malen in einer Galerie Schilder für einen Protestmarsch gegen das kommunistische Regime in der Tschecheslowakei.Aktivisten malen in einer Prager Galerie Protestschilder, November 1989 © Hans Kaulertz  

Auch Havel selbst sowie weitere Dissidenten und Unterzeichner der Charta 77 wie den späteren Außenminister Jiří Dienstbier oder den späteren Prager Weihbischof Václav Malý fotografierte Hans Kaulertz.

Für den Ausstellungskatalog Tradition und Avantgarde in Prag portraitierte Kaulertz vom kommunistischen Regime verfemte Künstler, die eine nicht erwünschte, inoffizielle Künstlerszene in Prag gebildet hatten, in Schaffensperioden, aus denen es bisher kaum Fotos der Künstler gibt. Zu ihnen gehören Milan Knížák, Jiří Kolář, Hugo Demartini, Karel Nepras, Věra Janoušková, Zdenek Sykora, Olbram Zoubek oder Bedřich Dlouhý.

Die Übersetzerin Susanna Roth und die Lektorin Angela Martini-Wonde 1989 in Wien.Die Übersetzerin Susanna Roth (li.) mit Lektrorin Angela Martini-Wonde, 1989 © Hans Kaulertz  

Der tschechische Auto Bohumil Hrabal in Prag 1990.Eines der zahlreichen Porträts von Bohumil Hrabal, 1990 © Hans Kaulertz  

Der tschechische Künstler Jiri Kolar (1914-2002) in seinem Atelier in Paris. Kolar war Mitbegründer des Künstlerkollektivs Skupina 42 (Gruppe 42), Unterzeichner der Charta 77 und einer der profiliertesten Regimekritiker der CSSR. Das Foto machte und veröffentlichte Hans Kaulertz unter seinem damaligen Pseudonym 'Jan Burgau'. Der tschechische Künstler und politische Aktivist Jiří Kolář, 1990 © Hans Kaulertz  

Das Highlight des Fotoarchivs von Hans Kaulertz sind unzweifelhaft Hunderte Bilder des großen Erzählers Bohumil Hrabal. Hrabal, der den Umsturz von 1989 durch Studenten, Schauspieler, Schriftsteller und Künstler als “Revolution der Kinder und der Clowns” bezeichnete, stand seiner Muse Susanna Roth und ihrem Lebensgefährten besonders nahe.* Auf den vielen gemeinsamen Treffen und Reisen entstanden zahlreiche Portraits des launigen aber auch launischen Autoren: Beim obligatorischen Bier in der Kneipe, beim Sonnen am Swimmingpool, vor einem McDonald’s in den USA, beim Haareschneiden im Garten. Mal schelmisch, mal schimpfend. Mal wild gestikulierend, mal demonstrativ beleidigt. Immer gut sichtbar für Kaulertz und seinen Fotoapparat. “Hrabal liebte und suchte die Kamera geradezu”, erzählt er über den durchaus exzentrischen Erzähler.

Ganz anders als Kundera: “Mit Milan [Kundera] war ich unzählige Stunden spazieren, doch fotografieren lassen wollte er sich nie – und das habe ich immer respektiert”, berichtet Kaulertz über den öffentlichkeitsscheuen Autor. Es sind gerade auch die Bilder, welche ein Fotograf nicht macht, die einen guten Fotografen ausmachen.

Hans Kaulertz lebt heute mit seiner Ehefrau an der Algarve in Portugal.

Exklusiv bei SZ Photo finden Sie ab jetzt bisher weitgehend unveröffentlichte Bilder von Hans Kaulertz. Das Bildarchiv von Hans Kaulertz – darunter der Großteil der Hrabal-Fotos – wird von SZ Photo nach und nach erschlossen und zur Lizenzierung angeboten. Wir halten Sie auf dem Laufenden!

 

* Hrabal überschrieb Susanna Roth in seinem Testament die Auslandsrechte an seinem Werk. Nur fünf Monate nach dem mysteriösen Tod Hrabals am 3. Februar 1997 durch einen Sturz aus einem Prager Krankenhausfenster – der “Vierte Prager Fenstersturz”… offiziell ein Unfall, nach Meinung vieler, u.a. von Susanna Roth, ein Selbstmord – verstarb Susanna Roth selbst an Krebs.

Ereignis-Special: Tschechien und die Achter-Jahre

Troops of the Soviet Union and its Warsaw Pact allies invaded Czechoslovakia on August 21, 1968, to halt political liberalization in the country called the Prague Spring. Prague residents block tanks during confrontation between the Soviet troops and protesters near the Czechoslovak Radio headquarters. CTK Photo/Libor Hajsky

© Libor Hajsky/CTK  

2018 ist ein großes Erinnerungsjahr in Tschechien. Gleich mehrere der wichtigsten Ereignisse der tschechischen und tschechoslowakischen Geschichte haben einen runden Jahrestag. Denn: Die Achter-Jahre waren in Tschechien auffällig oft sehr geschichtsträchtig, v.a. im 20. Jahrhundert:

100 Jahre Unabhängigkeit von Österreich-Ungarn/Staatsgründung der Tschechoslowakei (1918)

80 Jahre Münchner Abkommen und die Besetzung des Sudetenlandes (1938)

70 Jahre Kommunistische Machtergreifung (1948)

50 Jahre Niederschlagung des “Prager Frühlings” (1968)

Im Ereignis-Special zu Tschechiens schicksalhaften Achter-Jahren 1918, 1938, 1948 und 1968 erwarten Sie unsere Bilddossiers zu diesen historischen Meilensteinen.

 

Besuchen Sie uns beim PICTAday in der Alten Kongresshalle an der Theresienwiese

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Der PICTAday, die Bildagenturmesse des BVPA, lädt dieses Jahr wieder zum großen Branchentreff nach München.

Cinzia Gianni, Ingrid Kuffer und Sven Riepe sind für Sie vor Ort, um mit Ihnen über Bildpreise und Lizenzmodelle zu sprechen, um mit Ihnen über die Trends der Bildbranche zu plaudern und Ihnen das Neueste zu unserem Bildbestand zu präsentieren.

Wir erwarten Sie zu einem spannenden Networking-Tag in entspannter Atmosphäre in der alten Kongresshalle unweit der Theresienwiese.

Der Eintritt ist für Sie natürlich kostenlos, für Ihr leibliches Wohl wird gesorgt.

Vereinbaren Sie einen Termin mit uns unter service@sz-photo.de oder kommen Sie spontan zu uns an Tisch Nr. 34.

Wir freuen uns auf Sie!

 
Wann: 19. April 2018 | 10:00 – 18:00 Uhr
Wo: Alte Kongresshalle, Theresienhöhe 15, 80339 München

Mehr Informationen und Anmeldung zum PICTAday unter www.bvpa.org.
 

Bayern jenseits der Klischees: Unser neuer Fotograf Sebastian Beck

Generalprobe für die Landshuter Hochzeit auf dem Turnierhof wenige Tage vor Beginn der Aufführung. Das alle vier Jahre stattfindende historische Fest geht zurück auf die 1475 in Landshut erfolgte Eheschließung zwischen dem bayerischen Herzog Georg dem Reichen und Hedwig Jagiellonica. Ungewöhnliche Perspektive bei der Landshuter Hochzeit 2017 © Sebastian Beck  

Eigentlich schreibt unser Neuzugang ja hauptamtlich. Für die Bayern-Redaktion der Süddeutschen Zeitung berichtet Sebastian Beck über Land und Leute, am liebsten in den “urwüchsigsten Winkeln” des bayerischen Ostens. Neben – ganz klassisch – Füllfederhalter und Notizbuch begleiten den Redakteur aber immer auch eine Leica, eine Nikon und inzwischen sogar ein mobiles Fotostudio auf seinen Streifzügen durch den Freistaat. Mit einem sensiblen, bisweilen lakonischen Blick dokumentiert Sebastian Beck “sein” Bayern für die SZ auch in beeindruckenden Fotoreportagen.

Doch am besten lassen wir den Redakteur und Fotografen selbst über seine Bilder, die Sie ab sofort bei SZ Photo finden, erzählen:

“Meine erste Kamera war die Voigtländer Vitessa meines Vaters, die ich im Sandkasten ruiniert habe. Insofern bin ich schon sehr früh zur Fotografie gekommen. Einige Jahre habe ich damit auch mein Geld verdient, das war in den Achtzigern und frühen Neunzigern, als ich für Lokalzeitungen über die Dörfer tingelte. Die Redakteure interessierten sich vor allem für Fotos des Publikums – was auf der Bühne passierte, war nicht so wichtig. Wenigstens lernte ich auf diese Weise aber, wie man auch große Säle mit dem Metz-Stabblitz ausleuchtet. Die Zauberformel für die Bildberichterstattung lautete: 1x Masse, 1x Ehrung.

Seit nunmehr fast zwei Jahrzehnten arbeite ich als Redakteur zumeist in der Bayern-Redaktion der Süddeutschen Zeitung. Die Begeisterung fürs Fotografieren und die Neugier auf Bayern sind all die Jahre aber geblieben. Mich interessieren das Land und seine Menschen abseits der Klischees. Ich mag das Alltägliche, die einfachen Leute, ich mag das, was verschwindet, und ja, auch all das, was auf den ersten Blick hässlich erscheint. Vorzugsweise widme ich mich Langzeitprojekten. Für eine Serie über die Gnadenkapelle von Altötting investierte ich beispielsweise gut neun Monate, in denen ich immer wieder die Kirche besuchte. Ein paar weitere Projekte sind schon in der Planung, und so viel kann ich schon verraten: Auch sie werden mich wieder tief hinein nach Bayern führen und hoffentlich Bilder bringen, die überraschend sind. (In einem Video aus der SZ-Werkstatt erzählt Sebastian Beck über seine Arbeit an der Altötting-Fotoreportage.)

Ein Mesner hilft Pfarrer Josef Starnecker vor dem Rosenkranz ins Messgewand. Das Motiv ist Sieger in der Kategorie Bayern Land und Leute im Wettbewerb Pressefoto Bayern 2016, das am 06.12.2016 vom Bayerischen Journalisten-Verband verliehen wurde.Für sein Bild ‘Herzkammerl’ aus der Altöttinger Gnadenkapelle wurde Sebastian Beck beim   Wettbewerb ‘Pressefoto Bayern’ in der Kategorie ‘Land & Leute’ ausgezeichnet. © Sebastian Beck   

Als Kamera benutze ich für Reportagen hauptsächlich die Leica Q; sie ist klein, leise und extrem scharf. Bei Portraits setze ich auf Nikon und Objektive aus der Sigma Art Serie, neuerdings ziehe ich dafür mit einem mobilen Studio durch die Gegend, das man zur Not auch mitten im Bayerischen Wald aufbauen kann. Demnächst werde ich damit beim Schnupfer-Xare in Lohberghütte vorbeischauen. Der Mann sieht so aus, wie er heißt. Er ist ein Unikum – und hoffentlich bald mit Text und Bild in der SZ.”

Wir freuen uns schon auf den Schnupfer-Xare und weitere Bilder von Sebastian Beck!

Alle Reportagen und Bilder von Sebastian Beck finden Sie in unserer Datenbank. Hier ein Vorgeschmack:

In der Zisterzienserabtei im oberpfälzischen Waldsassen leben heute noch knapp ein Dutzend Nonnen.Nonne im Kloster Waldsassen, 2015 © Sebastian Beck  

Im Gasthaus Bimesmeier in Kößlarn im Rottal, Niederbayern, haben sich einige Gäste zu einer Partie Schafkopf zusammengefunden.Kartenspieler in Kößlarn, 2017 © Sebastian Beck  

Ein Mitglied des FC-Bayern-Fanclubs "Red Bulls Taubenbach" überquert, von der Jahreshauptversammlung des Clubs kommend, das Gasthaus "Pechaigner" in Noppling im Rottal, Niederbayern.Nach der Jahreshauptversammlung des FC Bayern-Fanclubs ‘Red Bulls Taubenbach’ im Gasthaus    Pechaigner in Noppling, 2017 © Sebastian Beck  

Erich Bittner, genannt Helmi, steht bei jedem Heimspiel des TSV 1860 München in der Westkurve des Grünwalder Stadions und trommelt.Löwen-Kultfan Erich ‘Helmi’ Bittner, 2017 © Sebastian Beck  

Fahrzeugweihe bei der Freiwilligen Feuerwehr Eggstetten im Rottal, Niederbayern.Fahrzeugweihe bei der Freiwilligen Feuerwehr Eggstetten im Rottal, 2017 © Sebastian Beck  

Nur einige Windkraftanlagen stehen auf den weiten Feldern in der Nähe der oberfränkischen Ortschaft Mödlareuth nahe der thüringischen Grenze.Windkraftanlagen bei Mödlareuth, 2015 © Sebastian Beck  

Illustrative Bilder für Weihnachten und Winter bei SZ Photo Creative

Weihnachtliches, Winterliches und Weißes bei SZ Photo Creative    © Sebastian Beck, Robert Haas, Manfred Bail/imageBroker,  
Helmut Meyer zur Capellen/imageBroker   

Jedes Jahr die gleiche Frage: Beschert uns der Winter weiße Weihnachten oder wieder nicht? Mit den Bildern aus unserer Kollektion SZ Photo Creative sind Sie für beide Fälle allerbestens vorbereitet.

Stöbern Sie in unseren schönsten Weihnachts- und Wintermotiven – mit und ohne Schnee!

Unser Tipp: Nutzen Sie unsere Farbfilter, um die Ergebnisse zu Ihrem Suchbegriff visuell einzugrenzen!

 

SZ Photo Creative: Unsere Auswahl für Ihre kreativen Projekte!

Sonnenschirme auf Balkonen eines Altbaus an der Agnes-Bernauer-Strasse 154 in Laim.   Illustratives für sonnige Tage finden Sie bei SZ Photo Creative © Alessandra Schellnegger  

München und Bayern haben traditionell einen besonderen Platz im Portfolio von Süddeutsche Zeitung Photo. Für Sie haben wir nun unsere schönsten Bilder aus unserem regionalen Schwerpunktbereich ausgewählt und zum Fundament einer neuen Kollektion gemacht: SZ Photo Creative.

Ästhetisch und doch authentisch, zeitlos und doch zeitgemäß: In unserer Kollektion SZ Photo Creative finden Sie eine Vielfalt an Motiven für eine Vielfalt an kreativen Verwendungsmöglichkeiten. Ob Werbung oder Corporate Publishing, ob Reisemagazin oder Postkarte – mit den illustrativen Bildern aus unserer neuen Kollektion verleihen Sie Ihrem Projekt das gewisse Etwas.

Die Bilder dazu liefern die Fotografen der Süddeutschen Zeitung mit ihren überraschenden Perspektiven auf die Landeshauptstadt und ihr Umland sowie ausgesuchte Fotografen und Partneragenturen mit regionalem Fokus.

Unsere Auswahl für Ihre kreativen Projekte – lassen Sie sich inspirieren von SZ Photo Creative!

Damit Sie Ihr perfektes Bild in unserer neuen Kollektion noch schneller finden, bietet Ihnen unser Webshop ab sofort auch eine Farbsuche.

Einen kleinen Eindruck von unserer großen Bandbreite an Bildthemen bekommen Sie hier:

Creative Collection - Landschaften, Stadtbilder und Architektur - Außenaufnahmen aus München und Bayern

Stadt & Architektur und Natur & Landschaft: Spannende Gebäudeansichten und tolle Landschaftsaufnahmen – hier finden Sie Ihr Bild von Bayern!

Creative Collection - Gebäude und Innenarchitektur - Innenansichten aus München und Bayern

Hinter den Kulissen: Bei Neueröffungen in München sind die SZ Fotografen immer als erstes vor Ort und liefern ungewöhnliche und detailreiche Innenansichten aus der Landeshauptstadt.

Creative Collection - Frühling in München und Bayern

Der Frühling ist da! Und die passenden Bilder zur Jahreszeit erwarten Sie bei SZ Photo Creative.

Creative Collection - Essen und Trinken - Gastronomie in München und BayernGastronomie, Essen & Trinken: Bayerische Schmankerl im Biergarten oder lieber trendige Küche aus Münchens Gastroszene?

Creative Collection - Arbeit, Berufe und Handwerk in München und Bayern

Ob traditionelles Handwerk oder moderne Technologie – hier finden Sie vielfältige illustrative Fotos zu den Themen Wirtschaft, Arbeit & Berufsleben.

Creative Collection - Menschen, Gesellschaft und Soziales München und BayernMenschen, Gesellschaft & Soziales: Symbolhafte Fotos zum Zusammenleben der Kulturen aber auch zu gesellschaftlichen Problemen fehlen in der Kollektion SZ Photo Creative ebenfalls nicht.

SZ Photo Creative wird stetig über unseren gesamten Bestand erweitert. Es lohnt sich immer wieder vorbeizuschauen!

Fotos: Andy Fox (2), Robert Haas (2), Catherina Hess, Veronica Laber, Florian Peljak (4), Stephan Rumpf, Alessandra Schellnegger (6), Johannes Simon (4)

Neu im Webshop: Farbsuche

Farbsuche bei SZ Photo


SZ Photo steht für viele vor allem für historische Schwarz-Weiß-Aufnahmen. Dass wir auch Farbe können, zeigen wir in unserer Kollektion SZ Photo Creative besonders. Damit Sie Ihr perfektes Bild in unserer neuen Kollektion noch schneller finden, bietet Ihnen unser Webshop ab sofort auch eine Farbsuche.

Mit zwölf Farbfiltern können Sie Ihre Suchergebnisse zu jedem Begriff visuell eingrenzen. So sehen Sie auf einen Blick die Motive, die am besten zu Ihrem Farbkonzept oder zu Ihren Corporate Design-Vorgaben passen.

Bei der Umsetzung dieses neuen Such-Features wurden wir von Gunnar Lieb von Akitogo unterstützt.

 

SZ Photo Ikonen: Das Foto der Kommune 1 (1967) von Thomas Hesterberg

Der Rückenakt der Mitglieder der Kommune 1 von Thomas Hesterberg ist das berühmteste Exklusivbild von SZ Photo – und eine der großen Fotoikonen der 68er-Bewegung und der deutschen Zeitgeschichte.

Mitglieder der Kommune 1, 1967

Ein Schlüsselbild der Zeitgeschichte: Die Kommune 1, 1967 © Thomas Hesterberg  

In einer Sechseinhalb-Zimmer-Wohnung in der Kaiser-Friedrich-Straße 54a am Stuttgarter Platz im Berliner Rotlichtviertel ensteht im Juni 1967 das K1-Foto. Der Fotograf und Künstler Thomas Hesterberg ist von der Kommune 1 um seinen alten Freund aus Münchner Tagen Dieter Kunzelmann und Rainer Langhans für eine Fotoaktion einbestellt worden. Es sind die heißen Wochen nach dem schicksalhaften 2. Juni 1967, an dem der Student Benno Ohnesorg vom Polizisten Karl-Heinz Kurras während der Proteste gegen den Besuch des persischen Schahs mit einem Schuss in den Hinterkopf getötet wurde. Die deutsche Studentenbewegung hatte seitdem Fahrt aufgenommen, die Töne und Maßnahmen wurden immer radikaler.

Die Mitglieder der Kommune 1 gelten mit ihren provokanten Happenings und Aktionen zum damaligen Zeitpunkt als Popstars der Protestbewegung. Hunderte Sympathisanten protestieren in diesem Sommer vor dem Schöneberger Rathaus für die Freilassung des Kommunarden Fritz Teufel, der seit dem 2. Juni wegen eines Steinwurfs bei einer Demonstration gegen den Schah in Untersuchungshaft sitzt. Die Kommune 1 sieht sich und ihre Generation zunehmender Polizeigewalt ausgesetzt und in ihrer Privatsphäre massiv eingeschränkt. Mit einer Broschüre soll auf die Missstände aufmerksam gemacht werden, der 30-jährige Tom Hesterberg soll das Titelfoto dafür schießen.

Hesterberg selbst hat die Idee für das einer Polizeirazzia nachempfundenen Nacktfoto. Chef-Provokateur und Patriarch Dieter Kunzelmann, Gertrud Hemmer, Volker Gebbert, Dagmar Seehuber (oder Antje Krüger), APO-It-Boy Rainer Langhans, Dorothea Ridder, Hans Magnus’ Bruder Ulrich Enzensberger und der kleine Sohn von Gertrud Hemmer, eines der beiden Kommune-Kinder, reihen sich nackt, mit ausgestreckten Armen und gespreizten Beinen an der ebenso nackten Wand des Frühstückszimmers der berühmtesten deutschen Wohngemeinschaft auf.

Bisher weitgehend unveröffentlichte Bilder von Hesterberg geben nun einen Einblick in den Tag, an dem das legendäre Foto der Kommune 1 entstanden ist.

Mitglieder der Kommune 1 beim Shooting zur Ikone, 1967

Das ‘Making-of’ einer Ikone © Thomas Hesterberg  

Nicht alle Kommunarden sind begeistert von dieser Idee. Schnell muss es also gehen, denn alle sind froh, sich wieder anziehen zu können. Ein paar Versuche benötigt Hesterberg trotzdem, bis das Foto im Kasten ist. Ausgewählt wird schließlich die Aufnahme, bei der der Hemmer-Sohn in die Kamera blickt (s.o.).

Vor allem die Nachher-Bilder vermitteln ein deutlich anderes Bild von der öffentlich als “Sex- und Drogen-WG” wahrgenommen Kommune 1. Schnell werden nach dem Fotoshooting wieder dicke Wollpullover übergestreift und bei Jasmintee Mao und Marcuse zitiert. So war die Revolution im Rotlichtviertel noch nie zu sehen.

Mitglieder der Kommune 1 nach dem berühmten Foto, 1967

Greifbares Unbehagen: Die Kommunarden nach dem Fotoshooting © Thomas Hesterberg  

Die Kommune 1 inszeniert sich nach außen gekonnt als radikaler Gegenentwurf zur bürgerlichen Gesellschaft, die Mitglieder pflegen für die Öffentlichkeit und die Medien ihr Image als Tabubrecher. Tatsächlich kommen Sex- und Drogenexperimente erst später, als mit dem Münchner Model Uschi Obermaier der Hedonismus in die bis dato eher durchorganisierte, verklemmte, regelrecht spießige Kommune einzieht. Hesterbergs provokative Ikone trug maßgeblich zur frühen Entstehung dieses Mythos bei.

“Die Zeitschrift Quick wollte das Foto damals unbedingt drucken, es gab da ein richtiges Wettrennen. Schließlich hat es der Spiegel als erstes gedruckt”, erzählt Lisa Rheingans, die Witwe von Tom Hesterberg. Die Version des Spiegel wurde jedoch retuschiert: Die männlichen Geschlechtsteile sollten den Lesern nicht zugemutet werden.

Seitdem wurde das Foto von Thomas Hesterberg im kollektiven Gedächtnis zu einer der ikonischen Schlüsselbilder der deutschen Zeitgeschichte. Es ist eines der markantesten Bilddokumente der 68er-Bewegung in Deutschland und der weltweiten Jugendrevolte der 60er Jahre, zugleich Symbolbild für die sexuelle Revolution.

Am 17. Juni 2017 widmeten die Süddeutsche Zeitung und Redakteur Christian Mayer dem Fotografen Thomas Hesterberg und seinen Bildern einen großen Artikel.

Mehr Informationen über Thomas Hesterberg erfahren Sie in unserem Blog-Artikel – mit weiteren unveröffentlichten Bildern.

Alle Bilder von Thomas Hesterberg aus der Kommune 1 finden Sie exklusiv bei SZ Photo.

Dossiers und Bildstrecken zur 68er-Bewegung erwarten Sie in unserem Ereignis-Special.