Tag Archives: Reportagefotograf

Boxen auf Niederbayerns Volksfesten. Eine Fotoreportage von Sebastian Beck

Dultboxen in Deggendorf: In einem Vergleich treten Kämpfer des Box-Club Straubing 1931 e.V. (blau) gegen eine Belgrader Stadtauswahl (rot) an

Kämpfer des Box-Club Straubing gegen eine Belgrader Stadtauswahl, 2018 © Sebastian Beck   

Sie hier juckt es im Corona-Lockdown mit Kontaktsport-Verbot mindestens genau so sehr in den Fäusten wie Mike Tyson, der gerade medienwirksam von seinem Comeback schwadroniert: Bayerns Amateurboxer. Genau jetzt wäre Volksfestsaison, in der sonst in vielen Bierzelten des Freistaats Boxwettkämpfe ausgetragen werden. Pocking und Simbach am Inn statt Las Vegas und Wembley. 20 Euro, ein halbes Hendl und eine Mass Bier statt Millionengagen. Das ist Dult-Boxen.

SZBayern-Redakteur und Fotograf Sebastian Beck gewährt uns mit seiner Fotoreportage aus dem dem Jahr 2018 einen Einblick in die Welt der Bierzeltboxer Niederbayerns.

Hier schon mal einige Highlights:

Boxkampf auf der Simbacher Pfingstdult. Vor dem Kampf untersucht der Ringarzt einen Kämpfer aus Berlin-Nordwedding, auf dessen Rücken "Pain is Temporary" tätowiert ist

Ringarzt untersucht einen Kämpfer aus Berlin-Nordwedding, 2018 © Sebastian Beck   

Dultboxen in Deggendorf: In einem Vergleich treten Kämpfer des Box-Club Straubing 1931 e.V. (blau) gegen eine Belgrader Stadtauswahl (rot) an

Kämpfer des Box-Club Straubing gegen eine Belgrader Stadtauswahl, 2018 © Sebastian Beck   

Box-Vergleichskampf TUS 1860 Pfarrkirchen gegen Boxclub 1. FC Nürnberg auf der Gerner Dult im niederbayerischen Eggenfelden.

TUS 1860 Pfarrkirchen gegen Boxclub 1. FC Nürnberg, 2018 © Sebastian Beck   

Boxer Jaroslav Fabric bei einer Boxveranstaltung auf der Simbacher Pfingstdult

Boxer Jaroslav Fabric in Simbach am Inn, 2018 © Sebastian Beck   

RObin Maier beim Box-Vergleichskampf TUS 1860 Pfarrkirchen gegen Boxclub 1. FC Nürnberg auf der Gerner Dult im niederbayerischen Eggenfelden.

Robin Maier (BC Simbach am Inn) beim Dultboxen in Eggenfelden, 2018 © Sebastian Beck   

Box-Vergleichskampf TUS 1860 Pfarrkirchen gegen Boxclub 1. FC Nürnberg auf der Gerner Dult im niederbayerischen Eggenfelden.

Publikum beim Dultboxen in Eggenfelden, 2018 © Sebastian Beck   

Boxkampf auf der Simbacher Pfingstdult

Boxkampf auf der Simbacher Pfingstdult, 2018 © Sebastian Beck   

Zum Artikel der Süddeutschen Zeitung über das Dult-Boxen

Seifenkistenrennen im Augsburg der Nachkriegszeit. Bilder von Gert Mähler

Junger Rennfahrer kneift die Augen beim Start des Augsburger Seifenkisten-Rennens am Rosenaustadion am 7. Juli 1957 zusammen. Seit dem Jahr 1948 engagierte sich die Adam Opel AG in Rüsselsheim als Sponsor für den Sport und verbreitete das amerikanische Soap-Box-Derby in Deutschland als 'Seifenkisten-Rennen für Deutschland'. Junge amerikanische Soldaten der Jugendorganisation der US-Militärverwaltung in Deutschland German Youth Activities (GYA) unterstützten die deutschen Kinder beim Erlernen des nötigen Know-hows.

Start beim Deutschen Seifenkisten Derby in Augsburg, 1957 © Gert Mähler  

Bis kurz vor dem Start tüfteln die jungen Piloten in der Boxengasse an ihren Boliden, dann geht es auf die steile Startrampe. An der Strecke warten bereits 20.000 Zuschauer auf die Rennfahrer. Das Adrenalin steigt ins Unermessliche, doch es gibt kein Zurück mehr. Also Augen zu und durch! Start frei für das Augsburger Seifenkisten-Rennen!

In der Nachkriegszeit lockte das Seifenkisten-Derby in Augsburg Jahr für Jahr Tausende Zuschauer, jung und alt, an die Strecke am Pfannenstiel und später am Rosenaustadion. Die US-amerikanischen Besatzungssoldaten hatten den Rennsport im Rahmen ihres Reeducation-Jugendprogramms German Youth Activities (GYA) nach Deutschland gebracht. US-Truppenverbände übernahmen die Schirmherrschaften an den Rennen an ihren Stützpunkten und unterstützten die deutschen Kinder beim Erlernen des nötigen Know-Hows mit Rat und Tat. Seit dem Jahr 194​8 engagierte sich die Adam Opel AG in Rüsselsheim als Sponsor für den Seifenkisten-Sport und verbreitete das amerikanische Soap-Box-Derby als “Seife​nkisten-Rennen für Deutschland”.

1957 und 1958 war der Reportagefotograf Gert Mähler beim Spektakel am Augsburger Rosenaustadion und beobachtete die hektische Betriebsamkeit im Fahrerlager, die jungen Soldaten und die vielen Zuschauer rund um die Rennstrecke. Einen ersten Eindruck vom Rennen bekommen Sie hier:

Deutsches Seifenkisten Derby in Augsburg, 1957 © Gert Mähler  

Zuschauer beim Deutschen Seifenkisten Derby in Augsburg, 1957/1958 © Gert Mähler

Deutsches Seifenkisten Derby in Augsburg, 1957 © Gert Mähler  

Zwei junge Männer feilen an einer Seifenkiste im Fahrerlager des Augsburger Seifenkisten-Rennens am Rosenaustadion am 22. Juni 1958. Seit dem Jahr 1948 engagierte sich die Adam Opel AG in Rüsselsheim als Sponsor für den Sport und verbreitete das amerikanische Soap-Box-Derby in Deutschland als 'Seifenkisten-Rennen für Deutschland'. Junge amerikanische Soldaten der Jugendorganisation der US-Militärverwaltung in Deutschland German Youth Activities (GYA) unterstützten die deutschen Kinder beim Erlernen des nötigen Know-hows.

Tüftelei in der Boxengasse des Augsburger Seifenkisten Derbys, 1958 © Gert Mähler  

Das Drama um die Oberammergauer Passionspiele 2020. Eine Fotoreportage von Sebastian Beck

Frederick Mayet (Jesus) bei einer Probehängung am Kreuz.

Vorbereitungen Passionsspiele in Oberammergau, 2020 © Sebastian Beck  

Alle zehn Jahre führen die Einwohner von Oberammergau die Passion Jesu Christi auf. 2020 hätte es wieder so weit sein sollen. Hätte. Seit fast eineinhalb Jahren liefen die Vorbereitungen auf den Ausnahmezustand im Dorf, das nur etwa 5.500 Einwohner zählt. Knapp 2.500 davon wirken bei der Passion mit, als Darsteller, Bühnenbildner oder Kartenabreißer. Nicht wenige in Mehrfachfunktion. 109 Vorstellungen sollte es geben. Für ein halbe Millionen Besucher aus aller Welt. Gigantisch, fast größenwahnsinnig. Das sind die Passionsspiele.

Spielleiter Christian Stückl, selbst eine bayerische Urgewalt, lebt die Passion vor. Im Oktober 2018 vergibt er die Hauptrollen, reist mit dem Tross an Laienschauspielern 2019 nach Israel, ins Heilige Land, um den meist jungen Darstellern die Geschichte von den letzten Tagen Jesu nahe zu bringen. An Kostümen und Bühnenbild wird da bereits gewerkelt. Im Dezember 2019 findet die erste Leseprobe statt. Es ist Januar, als es zum Proben zum ersten Mal auf die Bühne geht und in den Medien immer öfter von einem neuartigen Virus in China berichtet wird.

Seit fast 400 Jahren gibt es die Passionsspiele von Oberammergau. 1633 gelobten die Oberammergauer gegenüber Gott, die Geschichte von Jesus Leidensweg und Tod am Kreuz regelmäßig aufzuführen, wenn er sie doch nur erlösen würde von der schrecklichen Seuche: die Pest wütete damals in Europa. Das Dorf blieb nach dem Gelübde verschont und die Oberammergauer hielten Wort. 400 Jahre später hält eine neue Seuche die Welt in Atem. Die Oberammergauer Passion 2020 ist eines der Opfer des Coronavirus.

Christiane Lutz und Sebastian Beck von der Süddeutschen Zeitung besuchten die Truppe um Christian Stückl in den letzten 17 Monaten immer wieder, begleiteten sie nach Israel und bei den Proben in Oberammergau. Im Buch Zwei der SZ vom 20. März 2020 können Sie das ganze Drama nachlesen. Bei uns finden Sie alle Fotos von Sebastian Beck aus dieser Langzeitreportage. Einige Impressionen haben wir hier für Sie zusammengestellt.

Performers of the Oberammergau Passion Plays 2020 at the Dead Sea in front of the Masada Fortress. [automated translation]

Schauspieler der Oberammergauer Passionsspiele in Israel, 2019 © Sebastian Beck  

Christian Stöckl, director of the Oberammergau Passion Plays 2020 during a rest at Lake Genezareth. [automated translation]

Spielleiter Christian Stöckl am See Genezareth, 2019 © Sebastian Beck  

Aufbau der Bühne.

Bühnenaufbau für die Passionsspiele in Oberammergau, 2020 © Sebastian Beck  

Schreinerarbeiten auf der Bühne.

Schreinerarbeiten auf der Bühne, 2020 © Sebastian Beck  

Veronika Hecht, Holzbildhauerin beim Ausarbeiten des Goldenen Kalbs.

Veronika Hecht, Holzbildhauerin beim Ausarbeiten des Goldenen Kalbs, 2020 © Sebastian Beck  

Bühnenarbeiten im Passionstheater.

Bühnenarbeiten im Passionstheater in Oberammergau, 2020 © Sebastian Beck  

Spielleiter Christian Stückl bei der ersten Bühnenprobe für die Passionsspiele 2020 in Oberammergau.

Christian Stückl bei Probe für Passionsspiele in Oberammergau, 2020 © Sebastian Beck  

Spielleiter Christian Stückl in der Kulisse für die Passionsspiele 2020 in Oberammergau.

Spielleiter Christian Stückl in der Kulisse der Passionsspiele, 2019 © Sebastian Beck  

Ans Licht geholt: Heinz Hering – Fotograf der Münchner Illustrierten

Ein Kriegsinvalide mit seiner ebenfalls kriegsversehrten Tochter in einer Neubausiedlung nach dem Zweiten Weltkrieg.

Kriegsinvalide mit seiner ebenfalls kriegsversehrten Tochter, 1951 © Heinz Hering  

Die 1950er Jahre in Deutschland waren geprägt durch Gegensätze. Auf der einen Seite waren die Nachkriegswehen noch deutlich zu spüren, auf der anderen Seite entdeckten die Menschen Ihre Möglichkeiten und neu gewonnene Freiheit. Die Bilder des Münchner Illustrierten-Fotografs Heinz Hering zeigen genau dieses breite Spektrum: Kinder im Flüchtlingslager Allach, Kriegsversehrte, GIs in ihrer Freizeit, unbeschwerte Jugendliche, Schlagerfeste und Menschen auf der Suche nach neuen Lebensräumen.

Alle Bilder von Heinz Hering finden Sie im Webshop

Hier ein kleiner Überblick:

Gegensätzliches Nachkriegsdeutschland, 1950er Jahre

 Unterschiedliche Kindheiten im Nachkriegsdeutschland, 1950er Jahre © Heinz Hering 

Zwei Soldaten der US-Armee in ihrer Freizeit in Stuttgart.

 Soldaten der US-Armee in ihrer Freizeit vor dem Stuttgarter Hauptbahnhof, 1951 © Heinz Hering 

Jugend im Nachkriegsdeutschland, 1959

 Neue Freiheiten und Möglichkeiten im Nachkriegsdeutschland der 1950er Jahre © Heinz Hering 

Schüler (Abiturienten) eines Münchner Gymnasiums sitzen im Kreis auf ihren Tischen und Stühlen im Klassenzimmer.

 Abiturienten eines Münchner Gymnasiums, 1956 © Heinz Hering 

Deutsches Schlagerfestival in Wiesbaden, 1959

 Deutsches Schlagerfestival in Wiesbaden, 1959 © Heinz Hering  

Jugendliche "Halbstarke" in einem Klub.

 Jugendliche in einem Berliner Club, 1960 © Heinz Hering  

Neuer Wohnraum im Nachkriegsdeutschland, 1950er Jahre

 Neuer Wohnraum im Nachkriegsdeutschland, 1959 © Heinz Hering  

Ans Licht geholt: Jenö Kovacs – Fotograf der Münchner Illustrierten

Italienische Gastarbeiter an einer Imbissbude in München.

Italienische Gastarbeiter in München, 1960 © Jenö Kovacs  

“Für 60 Mark einen Italiener” titelte die Münchner Illustrierte am 26. März 1960 und zeigte eine Reportage über den Weg von italienischen Gastarbeitern nach München. Gemeint waren hier die Kosten von 60 DM, die die anwerbenden Firmen für den Transfer eines Arbeiters investieren mussten. Für die Münchner Illustrierte begleitete der Fotograf Jenö Kovacs die Reise der Gastarbeiter im Zug von Rom nach München und hielt dabei die ausgelassene Stimmung der Italiener und den freundlichen Empfang am Münchner Hauptbahnhof eindrucksvoll fest.

All unsere Bilder von Jenö Kovacs finden Sie in unserem Webshop.

Ein Auszug aus seiner Gastarbeiter-Reportage:

Arbeitnehmer aus Italien bei der Ankunft auf dem Hauptbahnhof in München.

  Italienische Gastarbeiter bei der Ankunft am Münchner Hauptbahnhof, 1960 © Jenö Kovacs  

Italienische Gastarbeiter beim ausladen ihres Gepäcks aus dem Zug.

 Italienische Gastarbeiter beim Ausladen ihres Gepäcks, 1960 © Jenö Kovacs  

Arbeitnehmer aus Italien bei der Ankunft auf dem Hauptbahnhof in München.

 Gastarbeiter aus Italien nach der Ankunft am Münchner Hauptbahnhof, 1960 © Jenö Kovacs  

In Italien angeworbene Gastarbeiter kommen mit ihrem Gepäck in Deutschland an. Blick auf ihre Begrüßung.

 Begrüßung italienischer Gastarbeiter in Deutschland, 1960 © Jenö Kovacs  

Ans Licht geholt: Kurt Schraudenbach – Fotograf der Münchner Illustrierten

Zwei ältere Männer stehen vor einer Eisdiele in New York und verspeisen ihr Eis

Zwei ältere Männer vor einer Eisdiele in New York, 1960er Jahre © Kurt Schraudenbach  

Eis, Lockenwickler und Maiskolben mit Butter in New York, Louis Armstrong an der Trompete, Hula-Hoop als Trendsport, aktuelle Damenmode, Einheimische in München oder berühmte Persönlichkeiten: Kurt Schraudenbach war einer der Fotografen, die in den 50er und 60er Jahren im Auftrag der Münchner Illustrierten weltweit unterwegs waren. Schraudenbach fotografierte dabei einzigartige Reiseberichte, Reportagen aus den Bereichen Kultur und Lifestyle und Persönlichkeiten aus aller Welt.

Hier finden Sie alle Bilder von Kurt Schraudenbach

Einen kleinen Querschnitt sehen Sie hier:

Jüdischer Prophet und Frau mit Lockenwicklern in New York

  Alltag in New York in den 1960er Jahren © Kurt Schraudenbach  

Eine Verkäuferin einer Imbissbude auf Coney Island verkauft ihren Kunden Maiskolben mit Butter.

 Imbissbude auf Coney Island © Kurt Schraudenbach  

Amerikanischer Jazz-Musiker Louis Armstrong

 Jazz-Musiker Louis Armstrong mit Trompete © Kurt Schraudenbach  

Vor der Bar "Gisela" in der Occamstraße im Münchner Stadtteil Schwabing sind die Menschen im Hula-Hoop-Fieber und schwingen die Reifen.

 Hula-Hoop-Welle in München, 1958 © Kurt Schraudenbach  

Mode in New York und München, 50er/60er Jahre

 Damenmode in New York und in München, 1950er und 60er Jahre © Kurt Schraudenbach  

Ein Mann und zwei Frauen beim Bummeln und Schauen auf dem Viktualienmarkt in München, 1952

 Kunden auf dem Viktualienmarkt in München, 1952 © Kurt Schraudenbach  

Zu einer Vorlesestunde haben sich viele Kinder unterschiedlichen Alters in der Internationalen Jugendbibliothek eingefunden. Gespannt folgenden sie dem Lesevortrag.

 Lesung in der Jugendbibliothek in München, 1959 © Kurt Schraudenbach  

Konrad Adenauer

 Konrad Adenauer beim Boulespiel und in Cadenabbia, 1959 © Kurt Schraudenbach  

Ans Licht geholt: Daniel Kérmody Zegnalek

Fremdenlegionär auf dem Sportplatz © Daniel Kérmody Zegnalek

Daniel Kérmody Zegnalek kam nach eigener Aussage der deutschen Sprache – aber vermutlich auch zu 50 Prozent der Liebe – wegen nach Deutschland. Anfang der Neunzigerjahre ließ er seine südfranzösische Heimat hinter sich, auch weil die Arbeitsbedingungen für einen freien Fotografen in Deutschland einfach besser waren. Der studierte Geisteswissenschaftler wurde 1962 geboren und kam als Autodidakt zur Fotografie. Er selbst bezeichnet sich als hauptberuflichen Bildjournalisten. Zegnalek über seinen Beruf:

“Einen guten Bildjournalisten zeichnet aus, Augenblicke einzurahmen, die den Betrachter dazu bringen, sich mit den eigenen Gemütsbewegungen zu konfrontieren.” 

Seit 1995 fotografierte er für die Süddeutsche Zeitung Reportagen, vornehmlich für das Feuilleton. Er wartete allein vier Monate auf die Akkreditierung und das Okay des Verteidigungsministeriums, um französische Fremdenlegionäre – die wohl berühmteste Militäreinheit der Welt – fotografisch zu begleiten. Für eine Fotoreportage auf dem Raketenstartgelände Cape Canaveral wartete er auch schon mal sechs Monate. Aber sein mitunter schwierigster Einsatz war nicht in Libyen, in Israel oder dem Vatikan sondern hier in München. Er versuchte nämlich Toilettenfrauen bei der Arbeit zu porträtieren, aber keine von ihnen wollte für ihn posieren. Als erster ausländischer Fotograf überhaupt fotografierte er kasernierte israelische Soldatinnen. Ein schwerer Verkehrsunfall warf ihn 2006 buchstäblich aus der Bahn und nach einigen schweren persönlichen Schicksalsschlägen griff er im Frühjahr 2016 erstmals wieder zur Kamera. Wenn seine Pläne aufgehen, kommen seine nächsten Bilder direkt aus dem Nahen Osten. Eben von dem Ort an dem er seine Herzens-Serie geschossen hat, eine Reportage über Eine Kindheit in Jerusalem – diese schaffte es wegen 9/11 leider nie zum Abdruck in der Süddeutschen Zeitung.

Daniel Kérmody Zegnalek lebt in München.

Alle Bilder von Daniel Kérmody Zegnalek finden Sie in unserer Datenbank. Hier ein Ausschnitt aus seinem Werk:

Malaiische Schülerinnen © Daniel Kérmody Zegnalek

Israelische Soldatinnen © Daniel Kérmody Zegnalek

Nonnen in München © Daniel Kérmody Zegnalek

BMW-Autowerkstatt in Augsburg © Daniel Kérmody Zegnalek

Toilettenfrau in München, 2002 © Daniel Kérmody Zegnalek

Eine Kindheit in Jerusalem © Daniel Kérmody Zegnalek

Eine Kindheit in Jerusalem © Daniel Kérmody Zegnalek

Eine Kindheit in Jerusalem © Daniel Kérmody Zegnalek

 

Das Fotoarchiv Otfried Schmidt

Romy Schneider, 1962

Romy Schneider, 1962 © Fotoarchiv Otfried Schmidt   

Vom Bildberichterstatter im Zweiten Weltkrieg zum Stammfotografen der Münchner Schickeria: Das Fotoarchiv von Otfried Schmidt zählt zu den spannendsten Sammlungen bei SZ Photo.

Otfried Schmidt wurde 1913 im Erzgebirge geboren und schoss die ersten Fotos bereits während seiner Gymnasialzeit. 1934 machte er erste Fotoreportagen mit seiner eigenen Leica und es folgten daraus schon Presseveröffentlichungen. Während des Krieges war er Bildberichterstatter in Frankreich, Russland und Italien. Die Gesellenprüfung für Fotografen legte er erst 1947 ab. In den Nachkriegsjahren war er vor allem freiberuflich tätig, u.a. für das Abendblatt, die Berliner Illustrirte Zeitung und die Münchner Illustrierte als auch für die Zeit, die Bild und den Stern.

Kurt Schumacher

Kurt Schumacher, 1946

Ab Mitte der 50er Jahre arbeitete Schmidt verstärkt für die Abendzeitung und begleitete insbesondere den berüchtigten Klatschkolumnisten Hannes Obermaier – besser bekannt unter seinem Pseudonym “Hunter” – bis zu dessen Abgang zur Bild auf unzähligen Veranstaltungen der noch jungen Münchner Schickeria. Ob lokale Prominente oder Größen des internationalen Showgeschäfts – Otfried Schmidt hatte Sie alle vor seiner Linse. Neben der Gesellschaftsfotografie waren seine Themen v.a. die Mode, Politiker und immer wieder der Zirkus und Tiere.

Kessler-Zwillinge, 1956

Alice und Ellen Kessler, 1956

Elizabeth Taylor

Elizabeth Taylor mit Ehemann Richard Burton, 1965

Henri Verneuil, Regisseur

Regisseur Henri Verneuil, 1965

Dompteur Fredy Knie junior mit Nashorn im Circus Krone, 1969

Dompteur Fredy Knie jr. mit Nashorn im Circus Krone, 1969

Aber auch zeithistorische Ereignisse und schwierige Themen finden sich in Fotoarchiv von Otfried Schmidt. In der Nachkriegszeit dokumentierte er die Deutschen auf ihrem Weg zurück in die Normalität, besuchte Flüchtlingslager und Arbeitsstätten für Kriegsversehrte. Den Wiederaufbau Münchens – etwa mit einer schönen Reportage von der Fertigstellung der Frauenkirche – hielt er ebenso fest wie die erste Wiesn nach dem Krieg im Jahr 1946.

Arbeiten an der Frauenkirche in München, 1953

Arbeiten an der Frauenkirche in München, 1953

Zu Beginn der 1970er Jahren dokumentierte er das Leben contergangeschädigter Kinder.

Während der Olympischen Sommerspiele 1972 fotografierte er nicht nur Sportler aus aller Welt im Olympischen Dorf oder die Chefhostess Silvia Sommerlath, sondern auch den Tag und die schrecklichen Ereignisse des Olympia-Attentats. Noch am Vorabend des Massakers machte Schmidt gar Bilder der israelischen Sportler, die die Geiselnahme am nächsten Tag nicht überleben sollten.

Silvia Sommerlath, 1972

Silvia Sommerlath als Hostess bei den Olympischen Spielen in München, 1972

Shmuel Rodensky mit Mitgliedern der israelischen Olympiamannschaft, 1972

Shmuel Rodensky mit israelischen Sportlern am Abend vor dem Olympia-Attentat, 1972

Otfried Schmidt starb 1991 in München und hinterließ ein vielfältiges zeithistorisches Fotoarchiv, aus dem über 3.000 Bilder in unserer Datenbank verfügbar sind.

Ausstellung: José Giribás in Berlin

Care DeutschlandFlüchtlinhgshilfe in Ruanda, 1994 © José Giribás

In der Ausstellung “Impressionen 1968 – 2015” zeigt unser Fotograf José Girbás frühe private Aufnahmen sowie erste journalistische Arbeiten rund um den Militär-Putsch in Chile. Die Ausstellung zeigt, wie Giribás die Arbeit eines Künstlers seines Heimatlandes in Berlin begleitete und wie er bei seinen Reisen als Fotoreporter nach Chile den schnäuzenden Pinochet und seine demonstrierenden Landsleute ablichten konnte.
Porträts von Politikern aus aller Welt und historische Ereignisse – berührende, skurrile, aber auch solche, die in ihrer stillen Dramatik hochaktuell sind.

José Girbás Fotojournalist
“Impressionen 1968 – 2015”

Vernissage: 5. November 2015, 19 Uhr
6. November – 11. Dezember 2015

Fotogalerie Friedrichshain
Helsingforser Platz 1
10243 Berlin-Friedrichshain

Di – Sa 14 – 18 Uhr
Do 10 – 18 Uhr

Zu allen Bildern von José Giribás bei Süddeutsche Zeitung Photo.

Christian Tragni – Proteste in Sao Paulo

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Demonstranten in Sao Paulo, 2014 © Christian Tragni

Die enormen Kosten für die Fußball-WM in Brasilien lösen immer wieder Proteste im Gastgeberland aus. Während die Demonstrationen in vielen Städten friedlich blieben, kam es in Sao Paulo zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Polizei und radikalen Gruppen wie den Schwarzen Blocks. Unser Fotograf Christian Tragni war vor Ort und hat die Auseinandersetzungen dokumentiert.

Zu den Bildern aus Sao Paulo

Weitere Reportagen aus Mittel- und Südamerika von Christian Tragni:

Tragni_weitere_Bilder Favela “Vidigal” in Rio de Janeiro Arbeiter in Costa Rica © Christian Tragni