Zeitlang. Erkundungen im unbekannten Bayern – Ausstellung von Sebastian Beck in Burghausen

Tierfreund Wolfgang Schreil ("Woid Woife") in seinem Bauwagen im Bayerischen Wald bei Bodenmais.

Unbekanntes Bayern: Ein Land, wie man es nicht im Tourismusprospekt sieht – Leute, bayerische  Originale wie den ‘Woid Woife’, die man nur im Hinterland finden könnte © Sebastian Beck  

 
SZ-Redakteur und Fotograf Sebastian Beck stellt seine Fotos aus dem Bildband Zeitlang. Erkundungen im unbekannten Bayern zusammen mit seinem SZ-Kollegen Hans Kratzer im Haus der Fotografie in Burhausen aus. Die Ausstellung mit den Fotos von Beck, die Sie seit 2017 bei SZ Photo lizenzieren können, wurde jüngst u.a. in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und in der BR-Kultursendung Capriccio empfohlen.

Noch bis zum 11. August 2019 ist die vielbeachtete Ausstellung in Burghausen zu bestaunen:

Zeitlang. Erkundungen im unbekannten Bayern
Sebastian Beck & Hans Kratzer

Haus der Fotografie | Burg 1, 84489 Burghausen
Dauer: 15.06. bis 11.08.2019
Öffnungszeiten: Di – So | 10 – 18 Uhr

Besondere Termine:

Führung durch die Ausstellung mit Hans Kratzer
Sa, 03.08.2019 | 11 Uhr

SZ-Kultursalon “Wie Bayern wirklich ist”
Die Schauspielerin Michaela May im Gespräch mit Susanne Hermanski (Leiterin der SZ Kulturredaktion) in der Ausstellung
Do, 18.07.2019 | 19.30 Uhr
Anmeldung über SZ Veranstaltungen

Wenn Sie nicht die Möglichkeit haben, nach Burghausen zu kommen, können Sie den Bildband Zeitlang. Erkundungen im unbekannten Bayern im SZ Shop erwerben.

Special: Mauerfall und Wiedervereinigung

Die ersten Teile der Mauer werden von Buergern in der Naehe des Brandenburger Tors abgerissen, gegen Mitternacht zwischen dem 09. und 10.11.1989.

© José Giribás/Süddeutsche Zeitung Photo  

Die Mauer zwischen Ost- und Westdeutschland ist nun länger “gefallen”, als sie Bestand hatte. In diesem Jahr ist es 30 Jahre her, dass DDR-Bürger ihr erst mit Worten und dann mit Spitzhacken zu Leibe gerückt sind. Grenzen gibt es noch immer, in den Köpfen, in Wirtschaftskraft und Einkommen – und auch Reste der Mauer stehen nach wie vor, sind Orte des Gedenkens oder Raum für die Kunst geworden.

Vom Mauerbau und Grenzrealitäten, von der Überwindung der deutschen Teilung und der heutigen Erinnerungskultur erzählen die Bilder von Regina Schmeken, José Giribás, Ulrich Baumgarten, Rolf Zöllner, Lothar M. Peter, Jochen Eckel und von vielen anderen unserer Fotografen in unserem SZ Photo Special Mauerfall und Wiedervereinigung. Die thematischen Kapitel in der Übersicht:

Teilung in DDR und BRD

Die Grenze zwischen Ost und West

Alltag der Bevölkerung in der DDR

Friedliche Revolution und Wende

Weichenstellung & Wiedervereinigung

Erinnerung

Bilder mit englischen Metadaten im Webshop

Englischsprachige Kunden und Partner können die Sprache im Webshop auf Englisch umstellen und sehen ab sofort auch den Titel, die Kurzbeschreibung und die Schlagwörter der Bilder mit entsprechenden Metadaten in Englisch. Auch beim Download sind die englischen Metadaten in die Bilder eingebettet. Falls ein Bild keine englischen Metadaten hat, werden jedoch weiterhin die deutschen Metadaten angezeigt und eingebettet. 300.000 weitere Bilder können wir so mit englischen Beschreibungstexten anbieten.

An der weiteren Übersetzung unseres Bestands arbeiten wir.

Farbfotos aus dem Werek-Archiv: München in den 80er Jahren

Männer versuchen beim Fingerhakeln den Gegner über den Tisch zu ziehen.

Männer beim Fingerhakeln, 1983 © Werek  

Aus dem Archiv von Werek haben wir vor einigen Monaten einen Schwung an Farbnegativen aus den 1980er und frühen 1990er Jahren erhalten. Inzwischen sind über 1.500 Motive hiervon digitalisiert in unserer Datenbank. Der Großteil zeigt allerlei Prominenz, Tagesgeschehen und Kurioses aus München und Umgebung. 

Darunter befinden sich etwa zahlreiche Fotos des bayerischen Landesfürsten Franz Josef Strauß oder Impressionen vom Oktoberfest aus einer Zeit, als Trachten fast ausschließlich beim dazugehörigen Trachtenumzug zu sehen waren. Erstmals haben wir bei SZ Photo nun auch Farbfotos vom Oktoberfestattentat im Jahr 1980.

Ein beachtliches Aufgebot an Stars aus Sport und Showbusiness – und eine ebenso beachtliche Palette an Frisuren- und Modetrends der 80er – zeigen die Fotos von der ISPO, der Internationalen Fachmesse für Sportartikel und Sportmode: Pelé posiert mit Roberto Blanco, die Zehnkampf-Dauerrivalen Jürgen Hingsen und Daley Thompson strahlen um die Wette, Spider Murphy Gang-Sänger Günther Sigl demonstriert die Kunst des Weißwurst-Zuzelns, Leichtathlet Edwin Moses beantwortet genauso geduldig Interviewfragen wie Hollywood-Schauspieler Don Johnson.

Nicht minder sportlich und noch kurioser geht es auf den Fotos von den Deutschen Meisterschaften im Fingerhakeln, der Weltmeisterschaft im Tabak-Schnupfen oder dem Münchner Kellner-Wettlauf zu.

Hier ein Ausschnitt aus unseren neuen Werek-Farbbildern:

Der CSU-Generalsekretär Edmund Stoiber, der bayerische Ministerpräsident Franz Josef Strauß, Karin und Constanze Stoiber auf der Taufe von Dominic Stoiber. Strauß ist der Patenonkel.

 Papa Edmund und Patenonkel FJS bei der Taufe von Dominic Stoiber, 1980 © Werek  

Trauerzug für den verstorbenen bayerischen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß in Rott am Inn am 8.10.1988

Beisetzung von Franz Josef Strauß in Rott am Inn, 1988 © Werek  

Tatort des Oktoberfestattentats in München. Auf dem Schild im Hintergrund steht: "Willkommen auf dem Oktoberfest".

Oktoberfestattentat in München, 1980 © Werek  

Der deutsche Justizminister Hans-Jochen Vogel nach dem Oktoberfestattentat in München.

Hans-Jochen Vogel am Schauplatz des Oktoberfestattentats, 1980 © Werek  

Der deutsche Theaterschauspieler Willy Millowitsch moderiert Stars in der Manege im Münchner Kronebau.

Willy Millowitsch bei ‘Stars in der Manege’, 1983 © Werek  

Der Clown Oleg Konstantinowitsch Popow jongliert mit Kohlköpfen auf dem Viktualienmarkt in München.

Clown Oleg Popow auf dem Viktualienmarkt, 1980 © Werek  

Der US-amerikanische Leichtathlet Edwin Moses (r.) besucht mit seiner Frau Myrella Bordt die Internationale Fachmesse für Sportartikel und Sportmode in München.

Myrella Bordt und Edwin Moses auf der ISPO in München, 1984 © Werek  

Kellner Wettlauf über die Leopoldstraße in München.

Kellner-Wettlauf in München, 1982 © Werek  

Männer beim Tabak schnupfen in Nandlstadt. Dort findet die 2. Weltmeisterschaft im Schnupfen statt.

Weltmeisterschaft im Schnupfen in Nandlstadt, 1980 © Werek  

Ulrich Baumgarten neu bei SZ Photo

DEUTSCHLAND, OST BERLIN, 17.04.1986, Michail S. GORBATSCHOW und Erich HONECKER, bei Bruderkuss, auf dem SED-Parteitag. © Ulrich Baumgarten 

Süddeutsche Zeitung Photo vermarktet seit diesem Frühjahr die Fotos des renommierten Bildjournalisten Ulrich Baumgarten. Über 52.000 Aufnahmen des Fotografen stehen aktuell in unserem Webshop zur Lizenzierung bereit.

DEUTSCHLAND, DORTMUND, 14.09.1980 Franz Josef STRAUSS, (CSU), bayerischer Ministerpräsident, CSU-Vorsitzender und Kanzlerkandidat steht bei einer Rede im Scheinwerferlicht, während des Bundestagswahlkampfes der CDU - CSU 1980 in Dortmund. Franz-Josef StraussDer in Altena/Westfalen geborene Fotograf Ulrich Baumgarten arbeitete seit den 1960er Jahren für verschiedene Bildagenturen wie Werek oder Sven Simon, für die er ab Mitte der 1970er auch die Politikbüros in der damaligen Hauptstadt Bonn leitete. Von 1980 bis 1989 war er Mitinhaber der Agentur poly-press, ab 1989 Inhaber und Fotograf bei vario-press.

Als Chronist der Bonner Republik widmete sich Baumgarten dem Geschehen und den Köpfen in der Politik genau so wie dem Alltag oder wirtschaftlichen und sozialen Themen in Deutschland. Auch nach der Wiedervereinigung begleitete er das Zeitgeschehen in der BRD fotografisch. Für diverse Auslandsreportagen reiste er nach Asien, Afrika, Nord- und Südamerika. 

© Ulrich Baumgarten 

Für sein Foto vom NATO-Oberbefehlshaber in Europa Alexander Haig wurde Baumgarten 1979 beim World Press Photo Award in der Kategorie ‘People in the News’ mit dem 1. Preis ausgezeichnet. Außerdem wurde er mehrfach beim ‘Sportfoto des Jahres’ prämiert.

Aktuell liefert Ulrich Baumgarten vornehmlich Bildmaterial von Bilanzpressekonferenzen der DAX-Konzerne oder von Parteitagen sowie Symbolfotos für eine Vielzahl an aktuellen politischen, wirtschaftlichen oder sozialen Themen.

Wir freuen uns Ulrich Baumgarten bei SZ Photo begrüßen zu dürfen!

Zu allen Bildern von Ulrich Baumgarten

Einen Vorgeschmack finden Sie hier:

DEUTSCHLAND, BONN, 17.09.1969 Erstes Koalitionsgespräch zwischen Helmut SCHMIDT und Willy BRANDT ( SPD ) mit Hans-Dietrich GENSCHER und Günter Verheugen ( FDP ) im Kanzlerbungalow. © Ulrich Baumgarten 

GERMANY, BONN - DECEMBER 20: Helmut Schmidt (SPD), former Chancellor, born December 23, 2018, died November 10. 2015, would be 100 years old on December 23. 2018. The photo shows Helmut Schmidt in front of the Federal Chancellery in Bonn. The photo shows Helmut Schmidt in front of the Federal Chancellery in Bonn. Schmidt welcomes journalists with the hand to his Prince Heinrich cap., 1981 © Ulrich Baumgarten 

DEUTSCHLAND, BONN, 29.03.1983, Die Grünen, Einzug in den Bundestag. Helmut KOHL, Walter SCHWENNINGER, Otto SCHILY, Marieluise BECK-OBERDORF und Petra KELLY, im Plenarsaal des Deutschen Bundestages.

Kanzler Kohl beäugt den Einzug der Grünen in den Bundestag kritisch, 1983 © Ulrich Baumgarten 

DEUTSCHLAND, BERLIN, 18.10.1985, Lady Diana ( Di ) in Berlin, Besuch beim Royal Hampshire Regiment. © Ulrich Baumgarten 

DEUTSCHLAND, BONN, 24.09.1991, Willy BRANDT (SPD). Willy Brandt, 1991 © Ulrich Baumgarten 

DEUTSCHLAND, SALZGITTER, 06.02.1997, Preussag Stahl AG in Salzgitter. U.B.z. Hochofenabstich, Stahlarbeiter helfen mit der Sauerstofflanze nach bei der Preussag Stahl AG in Salzgitter. © Ulrich Baumgarten 

TANSANIA, DAR-ES-SALAAM, 03.06.1998, Markt in der tansanischen Hauptstadt Dar-es-salaam.

  Daressalam, 1998 © Ulrich Baumgarten 

DEUTSCHLAND, BERLIN, 03.05.1991, Mädchen mit Fahrrad auf dem ehemaligen Todestreifen ( Zone zwischen den beiden Teilen der Berliner Mauer). , 1991 
© Ulrich Baumgarten 

Farb- und Creative-Suche im Webshop jetzt noch einfacher

Creative- und Farbsuche


Ab sofort können Sie gezielt in unserer Kollektion SZ Photo Creative nach illustrativen Bildern suchen: Wählen Sie dafür direkt im Suchfeld des Webshops ‘Creative‘ aus, um in unserer Auswahl für Ihre kreativen Projekte zu stöbern. Wenn Sie wie bisher in allen Bildern suchen möchten, wählen Sie hier einfach ‘Editorial’ aus.

Passend dazu haben wir für Sie auch unsere Farbsuche intuitiver gestaltet: Statt mit Textfiltern können Sie Ihre Suchergebnisse jetzt mit zwölf Farbfeldern visuell eingrenzen.

 

Special: Deutschland 1949. Geteilte Geschichte

Deutsche-deutsche Grenze in Berlin, 1950er Jahre

© Jacoby/Süddeutsche Zeitung Photo  

In das Jahr 2019 fällt der 70. Jahrestag der zweifachen deutschen Staatsgründung. Am 23. Mai 1949 wurde das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland unterzeichnet, am 7. Oktober desselben Jahres wurde die Verfassung der Deutschen Demokratischen Republik in Kraft gesetzt. Lediglich vier Jahre lagen zwischen dem Ende des Nationalsozialismus und der folgenden, 40 Jahre andauernden deutschen Teilung.

Einschneidende historische Ereignisse und Entwicklungen, die diesen Weg zwischen Zusammenbruch und Neubeginn prägten, haben wir in Bilddossiers aufbereitet, die Sie in unserem neuen Special Deutschland 1949. Geteilte Geschichte zu folgenden thematischen Kapiteln finden:

Zwischen Kriegsfolgen und Wirtschaftswunder. Deutschland in der Nachkriegszeit

Weichenstellungen im Zeichen des Ost-West-Konfliktes. Die politische Integration der Besatzungszonen

Deutsche Teilung. Die Staatsgründungen in West und Ost

 

Treffen Sie Süddeutsche Zeitung Photo beim PICTAday in Berlin

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Der PICTAday, die Bildagenturmesse des BVPA, lädt zum jährlichen Branchentreff – diesmal in Berlin.

Ingrid Kuffer, Anna Koschatzky und Sven Riepe sind für Sie vor Ort, um mit Ihnen über Bildpreise und Lizenzmodelle zu sprechen und präsentieren Ihnen gerne das Neueste aus unserem Bildbestand.

Der Networking-Tag findet in den Räumen des Mercure Hotels MOA Berlin unweit des Tiergartens statt.

Der Eintritt ist für Sie natürlich kostenlos, für Ihr leibliches Wohl wird wie immer gesorgt.

Vereinbaren Sie einen Termin mit uns unter service@sz-photo.de oder kommen Sie spontan zu uns an Tisch Nr. 15.

Wir freuen uns auf Sie!

 
Wann: 28. März 2019 | 10:00 – 18:00 Uhr
Wo: Mercure Hotel MOA Berlin | Stephanstraße 41, 10559 Berlin

Mehr Informationen und Anmeldung zum PICTAday unter www.bvpa.org/pictaday.

Buchtipp: Zeitlang – der Bildband unseres Fotografen Sebastian Beck

Zeitlang, Sebastian Beck und Hans Kratzer Seit einem Jahr finden Sie die Fotos von Sebastian Beck, die er als Bayern-Redakteur der Süddeutschen Zeitung auf seinen Streifzügen durch die “urwüchsigsten Winkel” des Freistaats macht, bei SZ Photo.

Becks Bilder zeigen das Land abseits seiner großen Touristenströme und Metropolen, ein Portrait Bayerns mit all seinen grandiosen, hässlichen und skurrilen Seiten, das es nun auch in Buchform zu bestaunen gibt.

Zeitlang heißt der Bildband, in dem Becks Fotos mit Texten seines Redaktionskollegen Hans Kratzer begleitet werden.

Zeitlang. Erkundungen im unbekannten Bayern von Sebastian Beck & Hans Kratzer ist demnächst im SZ Shop erhältlich.

Die Bilder aus dem Buch und weitere Fotos von Sebastian Beck finden Sie zur Lizenzierung in unserer Datenbank.

Über Folter spricht man nicht. Ausstellungen von José Giribás in Köln und Berlin

Chile, Santiago, 03.10.2016. "Über Folter spricht man nicht" Fotoessay zur Bewahrung des historischen Gedaechtnises in Chile. Geheimgefaengnis und Folterzentren in Santiago, Chile. Secret detention and torture centers in Santiago, Chile. Nido 20 (Santa Teresa 37 im Viertel La Cisterna am 03.10.2016. Ueber 70 Gefangenen waren an diesen Ort gefangen, 2 wurden exekutiert und 4 sind Verschwunden. Armando Mena Matamala, Ueberlebender dieses Folterzentrums. [(c) Jose Giribas, Urheber Nr. 528593 VG Bild-Kunst. Perleberger Str. 27, D-10559 Bln. Tel.: +4930/3964190, Funktel.: 0171/83 76 123, Email: giriphoto@aol.com, Dresdner Bank, Kto: 0177 672 100 BLZ: 100 800 00. Foto ist honorarpflichtig und nur zur redaktionellen Verwendung, No Model Release]

“Ihr Schicksal darf nicht vergessen werden!”, appelliert José Giribás. Wie das von Armando Mena   Matamala (86 Jahre alt), Überlebender des Folterhauses “Nido 20” © José Giribás  

 
17 Jahre Diktatur, massive Menschenrechtsverletzungen, Tausende Ermordete und “Verschwundene” sowie mehrere Zehntausend Fälle von Folter – das war das Regime von Augusto Pinochet in Chile zwischen 1973 und 1990.

Als das Militär um General Pinochet 1973 putschte und die Regierung Allende stürzte, verschanzte sich der damals noch nicht professionelle Fotograf und Regimegegner José Giribás Marambio in einer Getränkefabrik in Santiago, seiner damaligen Arbeitsstätte. Als ihn und seine Genossen die Nachricht vom Tod Allendes in den Trümmern der Fabrik erreichte, hängten sie eine schwarze Fahne aus dem Fenster. “Wir hatten keine Waffen, dafür umso mehr Angst”, erzählt Giribás. Nach dieser Aktion war klar, dass José Giribás zu denen gehörte, die allergrößte Gefahr liefen, in den Folterkellern der Diktatur zu verschwinden – so wie es einem seiner Kollegen widerfuhr.*

Mit der Hilfe von Freunden gelang ihm zunächst die Flucht nach Argentinien, später ging er nach Berlin, um an der FU zu studieren. Dort lebt José Giribás auch heute noch.

Erst 1986 kehrte der Regimeflüchtling Giribás für eine Reise zurück nach Chile, um den Alltag der Diktatur fotografisch zu dokumentieren. Immer mit dabei: Die Angst vor Festnahme und Folterung.

Den Folterkellern, denen José Giribás damals entfliehen konnte, widmete der Fotograf 2016 ein großes Fotoprojekt: Über Folter spricht man nicht.

In der Bildserie zeigt Giribás ehemalige Opfer und Überlebende der Folterungen und auch die berüchtigten Folterzentren in Chile.

Im Pinochet-Chile existierten viele geheime Folterkeller und Gefangenenlager, in denen Menschen mit Elektroschocks gepeinigt, sexuell missbraucht oder umgebracht wurden. Besonders berüchtigt: Die Colonia Dignidad, die Siedlung einer Sekte von Auslandsdeutschen, die von der chilenischen Geheimpolizei als Folterzentrum genutzt wurde, die Villa Grimaldi oder die sog. “Venda Sexy”. Lediglich zwei dieser Folterlager werden von der Regierung bis heute als Erinnerungsorte anerkannt und unterstützt. Die meisten dieser Schicksalsorte sind heute in Privatbesitz. Die angemessene Aufarbeitung der Pinochet-Gräuel gestaltet sich in Chile sehr mühsam – denn über Folter spricht man dort eben nicht…

José Giribás hat die Spuren vieler Opfer von damals nachverfolgt, Überlebende und Original-Schauplätze besucht und fotografiert. Seine eindrücklichen Porträts erzählen ihre persönlichen Geschichten – und ein dunkles Kapitel chilenischer Geschichte.

Die Ausstellung Über Folter spricht man nicht von José Girbás ist demnächst hier zu sehen:

Über Folter spricht man nicht
Ein Projekt von José Giribás Marambio

Kunsträume der Michael Horbach-Stiftung | Wormser Str. 23, 50677 Köln
– im Rahmen des Fotofestivals “Photoszene Köln” –
Vernissage: 09.09.2018 | 11 Uhr
Dauer: 09.09. bis 21.10.2018

Haus der Bundespressekonferenz | Schiffbauerdamm 40, 10117 Berlin
Vernissage: 11.09.2018 | 17 Uhr
– Eröffnungsrede von Walter J. Lindner, Staatssekretär im Auswärtigen Amt –
Dauer: 11.09. bis 25.09.2018

Galerie Tapir | Neue Hochstraße 8, 13347 Berlin
– im Rahmen des European Month of Photography Berlin –
Vernissage: 30.09.2018 | 17 Uhr
Dauer: 30.09. bis 21.10.2018

Bei Süddeutsche Zeitung Photo finden Sie viele Bilder aus José Giribás Fotoserie Über Folter spricht man nicht und auch seine Fotos von der Diktatur in Chile.

Wenn Sie Interesse am Nachdruck eines Fotos von José Giribás haben, kontaktieren Sie uns unter:

Süddeutsche Zeitung Photo
Telefon: +49 89 2183 – 302
E-Mail: service@sz-photo.de

 

* Für die Süddeutsche Zeitung hat Sebastian Schoepp 2013 über José Giribás Erlebnisse während des Militärputsches in Chile geschrieben.