Neu bei SZ Photo: Die Creative Collection

Abendstimmung auf dem Tollwood Festival in München, 2015 © Robert Haas   

München und Bayern haben traditionell einen besonderen Platz im Portfolio von Süddeutsche Zeitung Photo. Für Sie haben wir nun unsere schönsten Bilder aus unserem regionalen Schwerpunktbereich ausgewählt und zum Fundament einer brandneuen Kollektion gemacht: Die Creative Collection.

Ästhetisch und doch authentisch, zeitlos und doch zeitgemäß: In der Creative Collection finden Sie eine Vielfalt an Motiven für eine Vielfalt an kreativen Verwendungsmöglichkeiten. Ob Werbung oder Corporate Publishing, ob Reisemagazin oder Postkarte – mit den illustrativen Bildern aus unserer neuen Kollektion verleihen Sie Ihrem Projekt das gewisse Etwas.

Die Bilder dazu liefern die Fotografen der Süddeutschen Zeitung mit ihren überraschenden Perspektiven auf die Landeshauptstadt und ihr Umland sowie ausgesuchte Fotografen und Partneragenturen mit regionalem Fokus.

Unsere Auswahl für Ihre kreativen Projekte – lassen Sie sich inspirieren von der Creative Collection von Süddeutsche Zeitung Photo!

Einen kleinen Eindruck von unserer großen Bandbreite an Bildthemen bekommen Sie hier:

Creative Collection - Landschaften, Stadtbilder und Architektur - Außenaufnahmen aus München und Bayern

Stadt & Architektur und Natur & Landschaft: Spannende Gebäudeansichten und tolle Landschaftsaufnahmen – hier finden Sie Ihr Bild von Bayern!

Creative Collection - Gebäude und Innenarchitektur - Innenansichten aus München und Bayern

Hinter den Kulissen: Bei Neueröffungen in München sind die SZ Fotografen immer als erstes vor Ort und liefern ungewöhnliche und detailreiche Innenansichten aus der Landeshauptstadt.

Creative Collection - Frühling in München und Bayern

Der Frühling ist da! Und die passenden Bilder zur Jahreszeit erwarten Sie in der Creative Collection.

Creative Collection - Essen und Trinken - Gastronomie in München und BayernGastronomie, Essen & Trinken: Bayerische Schmankerl im Biergarten oder lieber trendige Küche aus Münchens Gastroszene?

Creative Collection - Arbeit, Berufe und Handwerk in München und Bayern

Ob traditionelles Handwerk oder moderne Technologie – hier finden Sie vielfältige illustrative Fotos zu den Themen Wirtschaft, Arbeit & Berufsleben.

Creative Collection - Menschen, Gesellschaft und Soziales München und BayernMenschen, Gesellschaft & Soziales: Symbolhafte Fotos zum Zusammenleben der Kulturen aber auch zu gesellschaftlichen Problemen fehlen in der Creative Collection ebenfalls nicht.

Die Creative Collection wird stetig über den gesamten Bestand von Süddeutsche Zeitung Photo erweitert. Es lohnt sich immer wieder vorbeizuschauen!

Fotos: Andy Fox (2), Robert Haas (2), Catherina Hess, Veronica Laber, Florian Peljak (4), Stephan Rumpf, Alessandra Schellnegger (6), Johannes Simon (4)

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Über 400 Einsendungen beim Fotoaufruf “Bayern in der Nachkriegszeit”

                                      Ein kleines Mädchen fährt in München Rollschuhe, 1958 © Torsten Rehbinder

Anlässlich des 70. Jahrestages der Landesverfassung des Freistaats Bayern suchten die Süddeutsche Zeitung und unsere historische Fotocommunity Timeline Images ab Dezember 2016 Fotografien vom Leben im Bayern der Nachkriegsjahre. Der gemeinsame Fotoaufruf entpuppte sich mit über 400 eingereichten Bildern als voller Erfolg!

Die vielfältigen Motive, die per Post und E-Mail zugesandt oder gar persönlich vorbeigebracht wurden, zeigen das Leben im Bayern der Nachkriegszeit in all seinen Facetten. Die Aufnahmen dokumentieren sehr deutlich das widersprüchliche Leben nach dem Krieg.

                                   Siegestor, um 1945 © LDoerfert                     Wittelsbacher Brücke, 1953 © Schindler         

Eine Auswahl der Leserfotos erwartet Sie im Rückblick zum Fotoaufruf bei Timeline Images.

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Ausstellungstipp: FORUM 042: Alessandra Schellnegger – Einblicke. Hinter den Mauern des BND in Pullach

   © Alessandra Schellnegger  

Ab 24. März präsentiert das Münchner Stadtmuseum im Rahmen der großen neuen Ausstellung No Secrets! Bilder der Überwachung in einer „Ausstellung in der Ausstellung“ die fotografischen Arbeiten von Alessandra Schellnegger vom Bundesnachrichtendienst in Pullach unter dem Titel FORUM 042: Alessandra Schellnegger – Einblicke. Hinter den Mauern des BND in Pullach.

Es war ein wahrer Glücksfall als Alessandra Schellnegger im Auftrag der Süddeutschen Zeitung nach langem Warten endlich Zugang zum Gelände des BND in Pullach im Isartal erhielt. Von dort aus wurde nämlich die Welt bespitzelt! Mit feinem Gespür dokumentiert die SZ-Fotografin vergangene deutsche Geschichte und damit vom Selbstverständnis eines Teils der Staatsmacht im 20. Jahrhundert.

FORUM 042: Alessandra Schellnegger – Einblicke. Hinter den Mauern des BND in Pullach

Vernissage am Donnerstag, den 23. März um 19Uhr

bis zum 16. Juli 2017 im

Münchner Stadtmuseum
St.-Jakobs-Platz 1
80331 München

Öffnungszeiten:
Di – So   10:00 – 18:00
Mo geschlossen

Weitere Informationen finden Sie unter www.muenchner-stadtmuseum.de

 

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Ereignis-Special: 100 Jahre Weimarer Republik

Junge Arbeitslose beim Kartenspiel auf dem Andreasplatz in Berlin, 1932

Folgen der Weltwirtschaftskrise: Junge Arbeitslose beim Kartenspiel in Berlin, 1932 © Scherl  

Im Jahr 2018 steht der 100. Jahrestag des Beginns der kurzen aber bewegten Epoche der Weimarer Republik bevor. Schon jetzt haben wir für Sie unseren Bildbestand zu den Jahren zwischen dem Ende des Ersten Weltkriegs und der “Machtergreifung” der Nationalsozialisten in Deutschland aufgearbeitet.

Stöbern Sie in den Sonderseiten unseres großen Ereignis-Specials “100 Jahre Weimarer Republik”.

Hier finden Sie thematische Bilddossiers zu folgenden Kapiteln:

Revolutionswirren und Gründung der Weimarer Republik

Nachkriegszeit und Krise des Staats, 1919-1923

Rheinlandbesetzung und Ruhrkampf, 1919-1925

Die Goldenen Zwanziger Jahre und die Stabilisierung der Weimarer Republik

Weltwirtschaftskrise und Krise der Weimarer Republik

Parteien und Verbände

Wahlen zum Reichstag und zum Reichspräsidenten

Reichswehr

Noch mehr Bilder vom Leben in der Weimarer Republik erwarten Sie in den Fotoalben zu den 20er Jahren in unserer Fotocommunity Timeline Images. Dort finden Sie viele Fotos von SZ-Lesern und Zeitzeugen zum Alltag, zu Arbeit und Freizeit, zur Mode und zum Treiben in den Städten während der Weimarer Jahre.

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Ans Licht geholt: Al Herb

Schlafender Mann in einem Schließfach in München, 1972Schlafender Mann in einem Schließfach in München, 1972 © Al Herb  

München – sauber, prüde, langweilig. Dieses Klischee ist nicht neu. Schon in der Nachkriegszeit galt die Landeshauptstadt Bayerns als die spießigste aller deutschen Großstädte. Die Bilder, die der junge Fotograf Al Herb in den 50er Jahren auf seinen nächtlichen Streifzügen durch die Straßen rund um den Hauptbahnhof machte, erzählen jedoch eine andere Geschichte. Sie zeigen ein anderes München. Das München der “Schönheitstänzerinnen” und der Prostituierten, der amerikanischen GIs und ihrer “Frolleins”, das München der Obdachlosen und der Kriegskrüppel. 50 Jahre lang war Al Herb der fotografische Chronist des skurrilen und sündigen Münchens.

Al Herb (*1931) brachte sich das Fotografieren während seines Jura-Studiums selbst bei. Aus seinem Hobby wurde ein zweites Standbein: Von 1954 bis 1997 arbeitete er u.a. für die Bildagentur Keystone. Trotzdem beendete er sein Studium und arbeitete hauptberuflich als Jurist bei verschiedenen Unternehmen. Zuletzt lebte Al Herb in München-Laim.

Seine Faszination galt seit den Nachkriegsjahren ganz besonders den Verrückten und den Verlierern, den Gescheiterten und den Gestrandeten der Stadt. Das Münchner Bahnhofsviertel war Al Herbs Revier. Dort zog er mit seiner Kamera durch Striplokale und Spelunken – wie auch die amerikanischen Besatzungssoldaten, die versuchten ihren Teil des “Fleshpots”, des an “Frolleins” so reichen Münchens, abzugreifen. Al Herb lichtete die Animiermädchen und Amüsiersüchtigen vor und in den einschlägigen Schuppen wie der Havana Bar oder der Bongo Bar ab.

Es sind mitunter Szenen zum Schmunzeln, die der Fotograf im frivolen München der Nacht festhielt. Aber gerade die Nacht hatte schon immer ihre Schattenseiten. Tragische Schicksale verbargen sich hinter und zwischen den glitzernden Fassaden der verruchten Amüsierlokale. Gerade den Heimatlosen und den Alkoholikern, den Kriegsversehrten und den Prostituierten vom Straßenstrich galt Al Herbs Interesse. Bis in die 90er Jahre hinein sollten die Gescheiterten der Gesellschaft ihren besonderen Platz im Portfolio des Fotografen behalten.

Darüber hinaus fotografierte er eine Reihe ausgesprochen ästhetischer teils skurriler Straßenszenen in der bayerischen Landeshauptstadt.

Al Herb verstarb im Jahr 2015.

Sein Sündiges München ist im gleichnamigen Bildband publiziert worden.

All unsere Bilder von Al Herb finden Sie in unserer Datenbank. Hier ein kleiner Vorgeschmack:

Amerikanische Soldaten und Prostituierte in München, 1954

Amerikanische Soldaten und Prostituierte in der Senefelderstraße in München, 1954 © Al Herb  

Nonnen vor dem Karlstor in München

Nonnen vor dem Karlstor in München (undatierte Aufnahme) © Al Herb  

Mann mit Beinprothese auf Parkbank

Mann mit Prothese auf Parkbank im Alten Botanischen Garten (undatierte Aufnahme) © Al Herb  

Punks in München, 1984

Punks an der Mariensäule in München, 1984 © Al Herb  

Musiker und Mädchen in der Fußgängerzone in München, 1984Musiker und Mädchen in der Fußgängerzone in München, 1984 © Al Herb  

Mann mit Adler in München, 1960

Mann mit Adler in München, 1960 © Al Herb  

Menschen vor einem TV-Geschäft in München, 1984Menschen vor einem TV-Geschäft in München, 1984 © Al Herb  

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Ausstellungstipp: Savoir-vivre. Fotografien von Catherina Hess

Savoir-vivre © Catherina Hess  

Seit 5. März präsentiert das Theaterforum Gauting die Ausstellung Savoir-vivre unserer Fotografin Catherina Hess im Kulturhaus Bosco in Gauting bei München.

In Savoir-vivre zeigt die langjährige Fotografin der Süddeutschen Zeitung ausdrucksstark inszenierte Schwarz-Weiß-Bilder, die im Sommer auf einer fotografischen “Tour de France” durch München entstanden sind. Hauptdarsteller dieser verträumten Suche nach der französischen Lebenskunst in der bayerischen Landeshauptstadt: ihr Sohn Leon.

Savoir-vivre. Fotografien von Catherina Hess

noch bis 8. April 2017 im

Theaterbüro im bosco
Oberer Kirchenweg 1
82131 Gauting

Öffnungszeiten:
Di, Do, Fr  9:00 – 12:00 + 15:00 – 18:00
Mi  9:00 – 12:00
Sa  10:00 – 12:00
sowie während der Abendveranstaltungen

Weitere Informationen finden Sie unter www.bosco-gauting.de.

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Treffen Sie uns beim PICTAday in Hamburg

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Der PICTAday gastiert 2017 wieder an einem der schönsten Veranstaltungsorte Hamburgs. Auch wir sind beim Networking-Tag der Bildbranche natürlich wieder mit dabei!

Cinzia Giannì, Ingrid Kuffer und Sven Riepe sind für Sie vor Ort, um mit Ihnen über Zusammenarbeiten und Neuheiten bei SZ Photo, wie unsere neue Creative Collection oder unsere Ereignis-Specials zur Weimarer Republik und zur 68er-Bewegung, zu sprechen.             

Wann: 30. März 2017 | 10:00 – 18:00 Uhr
Wo: Panoramadeck im Emporio Tower, Dammtorwall 15, 20355 Hamburg

Für Ihr leibliches Wohl ist gesorgt, für Sie als Besucher ist der Eintritt selbstverständlich kostenlos. Sie müssen sich nur kurz als Besucher unter www.pictaday.org registrieren.

Vereinbaren Sie schon vorab einen Termin unter service@sz-photo.de oder 089/2183-302, oder kommen Sie spontan zu uns an Tisch Nr. 34.

Wir freuen uns auf Sie!

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Ans Licht geholt: Daniel Kérmody Zegnalek

Fremdenlegionär auf dem Sportplatz © Daniel Kérmody Zegnalek

Daniel Kérmody Zegnalek kam nach eigener Aussage der deutschen Sprache – aber vermutlich auch zu 50 Prozent der Liebe – wegen nach Deutschland. Anfang der Neunzigerjahre ließ er seine südfranzösische Heimat hinter sich, auch weil die Arbeitsbedingungen für einen freien Fotografen in Deutschland einfach besser waren. Der studierte Geisteswissenschaftler wurde 1962 geboren und kam als Autodidakt zur Fotografie. Er selbst bezeichnet sich als hauptberuflichen Bildjournalisten. Zegnalek über seinen Beruf:

“Einen guten Bildjournalisten zeichnet aus, Augenblicke einzurahmen, die den Betrachter dazu bringen, sich mit den eigenen Gemütsbewegungen zu konfrontieren.” 

Seit 1995 fotografierte er für die Süddeutsche Zeitung Reportagen, vornehmlich für das Feuilleton. Er wartete allein vier Monate auf die Akkreditierung und das Okay des Verteidigungsministeriums, um französische Fremdenlegionäre – die wohl berühmteste Militäreinheit der Welt – fotografisch zu begleiten. Für eine Fotoreportage auf dem Raketenstartgelände Cape Canaveral wartete er auch schon mal sechs Monate. Aber sein mitunter schwierigster Einsatz war nicht in Libyen, in Israel oder dem Vatikan sondern hier in München. Er versuchte nämlich Toilettenfrauen bei der Arbeit zu porträtieren, aber keine von ihnen wollte für ihn posieren. Als erster ausländischer Fotograf überhaupt fotografierte er kasernierte israelische Soldatinnen. Ein schwerer Verkehrsunfall warf ihn 2006 buchstäblich aus der Bahn und nach einigen schweren persönlichen Schicksalsschlägen griff er im Frühjahr 2016 erstmals wieder zur Kamera. Wenn seine Pläne aufgehen, kommen seine nächsten Bilder direkt aus dem Nahen Osten. Eben von dem Ort an dem er seine Herzens-Serie geschossen hat, eine Reportage über Eine Kindheit in Jerusalem – diese schaffte es wegen 9/11 leider nie zum Abdruck in der Süddeutschen Zeitung.

Daniel Kérmody Zegnalek lebt in München.

Alle Bilder von Daniel Kérmody Zegnalek finden Sie in unserer Datenbank. Hier ein Ausschnitt aus seinem Werk:

Malaiische Schülerinnen © Daniel Kérmody Zegnalek

Israelische Soldatinnen © Daniel Kérmody Zegnalek

Nonnen in München © Daniel Kérmody Zegnalek

BMW-Autowerkstatt in Augsburg © Daniel Kérmody Zegnalek

Toilettenfrau in München, 2002 © Daniel Kérmody Zegnalek

Eine Kindheit in Jerusalem © Daniel Kérmody Zegnalek

Eine Kindheit in Jerusalem © Daniel Kérmody Zegnalek

Eine Kindheit in Jerusalem © Daniel Kérmody Zegnalek

 

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SZ Photo Ikonen: Verweigerung des Hitlergrußes, 1936

Im neuen Teil unserer Serie “SZ Photo Ikonen” stellen wir eines unserer berühmtesten Exklusivbilder und seine vieldiskutierten Hintergründe vor.

SZ-Photo-web-00022112Verweigerung des Hitlergrußes, 1936 © Scherl

1936 – Nur einer ließ den Arm unten. Ein genauer Blick auf das Bild zeigt: Während eine überwältigende Mehrheit von Angestellten der Werft Blohm+Voss in Hamburg bei einem Besuch Adolf Hitlers 1936 die Arme zum “Deutschen Gruß” hebt, verschränkt ein einzelner Arbeiter seine Arme. Seine trotzig wirkende Geste gilt als eine Art des Widerstands. Als Name des Arbeiters wird August Landmesser vermutet, es könnte sich aber auch um Gustav Wegert handeln. Haben Sie ihn schon entdeckt?

Beim Stapellauf des Marineschulschiffes Horst Wessel am 13. Juni 1936 hoben zum Höhepunkt der Großveranstaltung, als das Schiff zu Wasser gelassen und die Nationalhymne gespielt wurde, alle den rechten Arm zum “Hitlergruß” – nur einer eben nicht. Wer dieser Mann ist, lässt sich nicht eindeutig feststellen. Die Hamburgerin Irene Eckler meinte ihren Vater August Landmesser zu erkennen, der seine jüdische Verlobte Irma Eckler wegen der Nürnberger Rassengesetze von 1935 nicht heiraten durfte. Die Töchter Ingrid und Irene kamen außerehelich zur Welt. August Landmesser wurde 1938 denunziert, wegen “Rassenschande” zu zwei Jahren Zuchthaus verurteilt und dann als Soldat an die Front geschickt, wo er seit 1944 als verschollen galt. Irma Eckler wurde 1938 ins Frauen-Konzentrationslager Ravensbrück gebracht und 1942 ermordet. Aber auch Wolfgang Wegert, ebenfalls aus Hamburg, glaubt in dem Mann mit den verschränkten Armen seinen Vater Gustav Wegert identifizieren zu können, der nachweislich als Schlosser bei Blohm+Voss gearbeitet hatte und als gläubiger Christ aus religiöser Überzeugung “Du sollst Gott mehr gehorchen, als den Menschen” den “Hitlergruß” verweigerte. Die Historikerin Dr. Simone Erpel gelangt in ihrem Essay “Zivilcourage – Schlüsselbild einer unvollendeten Volksgemeinschaft”, erschienen in Gerhard Pauls Das Jahrhundert der Bilder 1900 bis 1949, zu dem Fazit: “Zeitgenössische fotografische Porträtaufnahmen von Wegert und Landmesser belegen in beiden Fällen eine große Ähnlichkeit mit dem abgebildeten Werftarbeiter. Gegenwärtig muss offen bleiben, wer der Mann auf dem Foto war.”

Unabhängig davon ist die starke Aussagekraft des Bildes eines Pressefotografen namens Müller ungebrochen. Das Foto ist ein fast einmaliges Zeitdokument. Es kann als das Schlüsselbild für Zivilcourage und Widerstand gelten. Ebenso zeigt es die die hohe Bereitschaft mitzumachen, als Mitläufer den Arm zum “Hitlergruß” zu heben, wenn es verlangt war, und zum anderen die durchaus vorhandenen Möglichkeiten, sich dem Druck zur Gleichförmigkeit zu entziehen. Selbst bei den vielen erhobenen Armen lassen die individuellen Haltungen und einzelnen Gesichtausdrücke auf ganz unterschiedliche Grade der Zustimmung schließen.

SZ-Photo-detail-00022112Detail: Verweigerung des Hitlergrußes, 1936 © Scherl

Diese Geschichte steckt hinter dem Pressefoto des sich verweigernden Arbeiters. Vermutlich gelangte das Pressebild im Konvolut des Scherl-Archivs in den Bestand von Süddeutsche Zeitung Photo.

Was denken Sie? Um wen handelt es sich auf dem Bild?
Machen Sie sich doch einfach selbst ein Bild von Gustav Wegert und August Landmesser

Weitere Bilddossiers zu unserem Themenschwerpunkt Nationalsozialismus finden Sie in unserem Kalender.

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Blutiger Boden. Die Tatorte des NSU – Ausstellung von Regina Schmeken in Dresden

Blutiger Boden Schmeken09.09.2000, Nürnberg, Liegnitzer Straße © Regina Schmeken

Seit 4. November 2016 präsentiert das Militärhistorische Museum der Bundeswehr in Dresden die Sonderausstellung “Blutiger Boden. Die Tatorte des NSU. Fotografien 2013 – 2016” unserer Fotografin Regina Schmeken im keilförmigen Erweiterungsbau von Daniel Libeskind.

“An Schmekens Aufnahmen wirkt gerade das Unauffällige, Banale und Gewöhnliche unheimlich. Gespenstisch wirkt eine Normalität, aus der jede Spur von Common Sense verschwunden ist.” Hans Magnus Enzensberger

Regina Schmekens Fotografien der NSU-Tatorte wirken auf den Betrachter wie ein böses Erwachen. Die Tatorte erscheinen in ihren Bildern einerseits verstörend alltäglich, andererseits aber auch wie aus der Zeit gefallen. Es zeigt sich deutlich durch die Gewalttaten ist das räumliche und zeitliche Kontinuum dieser deutschen “Un-Orte” zerbrochen. Hierbei schaute die Fotografin ganz genau hin und rang den Orten ihre eigene Ästhetik ab. Denn die Ambivalenz zwischen dem Wissen um die Verbrechen und dem Fehlen erkennbarer Spuren auf den Tatortfotografien erzeugt die Spannung, welche beim Betrachter den Wunsch nach Sichtbarkeit und Bewusstsein weckt.

Blutiger Boden. Die Tatorte des NSU. Fotografien 2013-2016 von Regina Schmeken

Ort: Militärhistorischen Museum der Bundeswehr, Olbrichtplatz 2, 01099 Dresden
Öffnungszeiten: Vom 4. November 2016 bis 7. Mai 2017: täglich 10-18 Uhr, montags 10-21 Uhr, mittwochs geschlossen (Tel: 0351 823-2803 oder E-Mail: mhmeingang@bundeswehr.org)

Eintritt: 5€ / 3€                                     Weitere Informationen finden Sie unter www.mhmbw.de

Katalog zur Ausstellung, Hatje Cantz Verlag: Regina Schmeken: Blutiger Boden. Die Tatorte des NSU, Hrsg. Militärhistorisches Museum der Bundeswehr, Dresden; Texte von Hans Magnus Enzensberger, Barbara John, Gorch Pieken, Katja Protte, Annette Ramelsberger, Feridun Zaimoglu. Hatje Cantz Verlag, Berlin 2016, ca. 35 Euro, ISBN 978-3-7757-4158-3

Zum gesamten Portfolio von Regina Schmeken auf Süddeutsche Zeitung Photo.

Haben Sie Interesse an einem Nachdruck von Regina Schmeken, kontaktieren Sie uns unter:

Süddeutsche Zeitung Photo
Telefon: +49 89 2183 – 302
E-Mail: service@sz-photo.de

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